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Abgastest beim VW Touareg.
Abgastest beim VW Touareg.(Foto: AP)

Neue Vorwürfe zur Abgas-Affäre: VW, Porsche und Audi am Pranger

Die neuen Vorwürfe gegenüber VW sowie den Konzerntöchtern Porsche und Audi in den USA sind wohl anders gelagert. Im Zentrum des neuen Vorwurfs steht nun ein sogenanntes AECD-Programm. Dieses ist eine Zusatzeinrichtung zur Emissionskontrolle.

Die Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen weitet sich aus und erfasst auch Premium-Autos der Konzerntöchter Porsche und Audi, sowie den sportlichen Geländewagen Touareg der Marke VW. Die US-Umweltschutzbehörde EPA wirft dem Autobauer vor, auch bei Drei-Liter-Diesel-Motoren Abgastests manipuliert zu haben. Der Fall ist aber wohl anders gelagert als der im September ans Licht gekommene Skandal.

Was ist der neue Vorwurf?

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Im Zentrum des neuen Vorwurfs steht ein sogenanntes AECD-Programm. AECD steht für Auxiliary Emission Control Device - eine Zusatzeinrichtung zur Emissionskontrolle. Sie sorgt dafür, dass Schadstoffausstöße den jeweiligen Umständen angepasst werden. Bei kaltem Wetter beispielsweise oder bei steilen Anstiegen dürfen mehr Emissionen ausgestoßen werden.

Die EPA wirft VW und den Konzerntöchtern vor, dass die Zusatzeinrichtungen erkannt haben, wenn das Auto auf einem Prüfstand für Abgastests stand. Dann soll der Schadstoffausstoß heruntergefahren worden sein. Unmittelbar nach dem Test soll das Steuerungsprogramm der Autos laut EPA wieder in den "Normalmodus" gewechselt sein - der Emissionsausstoß habe dort den zulässigen Standard um bis das Neunfache überschritten.

Sind AECD-Einrichtungen legal?

Ja. In den USA müssen sie aber ordnungsgemäß angezeigt und den Behörden offengelegt werden. Die Informationen müssen einmal pro Jahr und Modell an die EPA gemeldet werden. VW und seine Tochterfirmen haben dies laut EPA nicht gemacht. Verboten sind Softwares, die den Schadstoffausstoß auf Prüfständen regulieren.

Worin unterscheidet sich der neue Vorwurf vom ersten?

Der im September bekannt gewordene Abgasskandal - den VW bereits zugegeben hat - entzündete sich an einer komplett verheimlichten Manipulationssoftware. Sie bezogen sich nicht auf AECD-Einrichtungen.

Welche Autos sind betroffen?

Betroffen ist die Premium-Sparte im VW-Konzern. Es geht um Drei-Liter-Dieselmotoren des Porsche Cayenne, des VW-Touareg und mehrerer Audi-Fahrzeuge, darunter die Aushängeschilder A6, A7 und A8. Bislang waren kleinere VW-Diesel-Motoren betroffen, die in Millionen Autos der Marke VW aber auch anderen Konzernmarken wie beispielsweise Seat oder Skoda verbaut wurden. Die Drei-Liter-Motoren entstammen dagegen nicht aus einem sogenannten Baukasten: Audi beispielsweise stellt sie für seine Fahrzeuge selbst her.

Wie reagiert VW?

Volkswagen weist die Vorwürfe strikt zurück. Es sei keine Software in den Drei-Liter-Motoren eingebaut, "um die Abgaswerte in unzulässiger Weise zu verändern", teilt der Konzern mit. Porsche zeigt sich "überrascht" von den Vorwürfen. Bislang hätten alle vorliegenden Informationen ergeben, dass der Porsche Cayenne Diesel die US-Vorschriften voll erfülle, erklärt die VW-Tochter.

Audi betont, dass die seine Software "gesetzeskonform" sei. Das Programm erkenne nicht, ob ein Auto auf dem Testprüfstand stehe, um dann die Emissionsausstöße herunterzufahren. Es reagiere auf ganz unterschiedliche Situationen und passe die Motorleistung und auch den Mechanismus zur Abgasreinigung je nach Situation an.

Quelle: n-tv.de

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