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Wirtschaft

Donnerstag, 19. November 2009

Beschäftigungssicherung ist Ziel: VW beruhigt Belegschaft

Europas größter Autobauer Volkswagen will in den kommenden Jahren harte Einschnitte bei der Belegschaft vermeiden. "Volkswagen möchte die Beschäftigung langfristig sichern", sagte Personalvorstand Horst Neumann.
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(Foto: dpa)

Der VW-Aufsichtsrat tritt am Freitag zu seiner Planungsrunde zusammen. "Dabei geht es auch um Investitionen, die über 2011 hinausgehen - praktisch ist da also viel Beschäftigungssicherung drin."

Die derzeitige Arbeitsplatzgarantie läuft bis 2011. In Kürze wollen Arbeitnehmervertretung und Management Gespräche über die Jahre danach aufnehmen. "Das sollte bis 2014 verlängert werden", forderte Betriebsratschef Bernd Osterloh. Derzeit beschäftigt VW weltweit rund 370.000 Menschen, davon 150.000 in Deutschland. Für die 90.000 Mitarbeiter der westdeutschen Werke hatte VW mit der Arbeitnehmerseite vor fünf Jahren eine Beschäftigungsgarantie ausgehandelt. Im Gegenzug hatte die Belegschaft einer Nullrunde bei den Löhnen und der Abkehr vom großzügigen VW-Haustarif zugestimmt.

Die Auslastung und damit Arbeitsplatzsicherheit hofft VW vor allem durch einen von vielen neuen Modellen angekurbelten Autoabsatz hoch halten zu können. "Zunächst wirkt die Abwrackprämie noch etwas nach, 2010 und 2011 hoffen wir zudem auf eine konjunkturelle Belebung. Erst einmal bleibt die Wirtschaftslage aber schwierig", sagte Neumann. Für 2009 geht Volkswagen davon aus, im Vergleich zum Gesamtmarkt besser abzuschneiden und in der Krise Marktanteile zu gewinnen - auch dank der zuletzt hoch in der Käufergunst stehenden Kleinfahrzeuge. VW hat wie kaum ein anderes Unternehmen von der staatlichen Verschrottungsprämie profitiert.

Vorstand wird erweitert

Der VW-Aufsichtsrat wird nach Zeitungsinformationen Audi-Chef Rupert Stadler und VW-Markenvorstand Christian Klingler in die Konzernführung holen.Wie die "Hannoversche Allgemeinen Zeitung" berichtet soll der Schritt am Freitag vollzogen werden.

Damit wächst der Vorstand mit Martin Winterkorn an der Spitze auf sieben Mitglieder. Über einen Aufstieg Stadlers wurde schon öfter spekuliert. Der Chef der profitabelsten Konzern-Marke hat bei VW traditionell eine Sonderrolle. Zudem begann der 46-jährige Stadler seine Karriere als Assistent des heutigen VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch.

Überraschender komme schon eher die Berufung Klinglers zum Vertriebsvorstand des Konzerns, schreibt die Zeitung. Klinger kommt von Porsche. Erst im August übernahm er das Ressort Vertrieb und Marketing der Marke VW Pkw. Für Porsche war Klingler in der Geschäftsführung der Holding Österreich tätig und leitete die in Paris ansässige Tochter PGA.

Unter seiner Führung wurde das Unternehmen zur absatzstärksten Multimarken-Autohandelsgruppe in Europa.

Tagung zu VW-Porsche-Deal

Der Aufsichtsrat in Wolfsburg zusammen, um über den Abschluss der Verträge zur Integration des Sportwagenbauers Porsche in den Konzern zu beraten. Nach der Einigung über die Grundlagen im August soll bis Ende dieser Woche die Zusammenführung der beiden Autobauer unter Dach und Fach sein.

Erwartet wird außerdem eine Entscheidung über den möglichen Einstieg von VW bei dem insolventen Osnabrücker Zulieferer Karmann. Bei einer Sondersitzung des VW-Aufsichtsrates in der vergangenen Woche war das Thema verschoben worden, weil die Debatte über die Verträge mit Porsche viel Zeit benötigt hatte. Allerdings ist fraglich, ob der Aufsichtsrat sich bereits am Donnerstag mit Karmann befasst. Die Sitzung wird am Freitag fortgesetzt.

wne/rts/dpa

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