Wirtschaft
Volkswagens Volumenmarken leiden besonders unter der Krise in Europa.
Volkswagens Volumenmarken leiden besonders unter der Krise in Europa.(Foto: picture alliance / dpa)

Gewinneinbruch bei Kernmarke: VW holpert über schwieriges Gelände

Europas Branchenprimus Volkswagen bekommt die Absatzflaute auf dem westeuropäischen Automarkt in voller Härte zu spüren. Der operative Gewinn der Pkw-Kernmarke bricht zum Jahresauftakt um die Hälfte ein. Allein die Oberklassemarken entwickeln sich stabil.

Die Absatzmisere in Europa hat der Marke VW zu Jahresbeginn einen herben Gewinnrückgang eingebrockt. Das operative Ergebnis halbierte sich im Zeitraum Januar bis März fast auf 590 Millionen Euro. Vor Jahresfrist hatte VW operativ noch mehr als eine Milliarde Euro verdient. Die Auslieferungen der Kernmarke des Wolfsburger Autokonzerns waren im März erstmals seit mehr als drei Jahren geschrumpft.

Die Schuldenkrise in Europa und das schwierige Wirtschaftsumfeld machen Volkswagen vor allem bei den Volumenmarken schwer zu schaffen. Der deutliche Gewinnrückgang zum Jahresauftakt resultiert vornehmlich aus der schwachen Entwicklung bei Volkswagen Pkw, Seat und Skoda, wie aus den endgültigen Erstquartalszahlen hervorgeht, die Europas größter Autobauer veröffentlichte. Die Oberklassemarken entwickelten sich dagegen weitgehend stabil.

 Nicht nur die Kernmarke Volkswagen entwickelte sich schwach. Auch die tschechische Tochter Skoda verdiente mit 112 Millionen Euro nur noch etwa halb so viel wie im Vorjahreszeitraum. Beim Sorgenkind Seat schwoll der Verlust auf 46 Millionen Euro nach 29 Millionen Euro an.

Premium ist eine Klasse besser

Dagegen hielt sich der Gewinnrückgang der Oberklassetochter Audi in Grenzen. Die beiden Gemeinschaftsunternehmen in China, die Volkswagen im Finanzergebnis verbucht, steigerten ihren Betriebsgewinn deutlich: Auf VW entfielen im ersten Quartal gut 1,1 Mrd. Euro nach 848 Mio. vor Jahresfrist.

Bentley steigerte das Ergebnis, während die Sportwagenschmiede Porsche zwischen Januar und März eine Marge von fast 17,5 Prozent erwirtschaftete.

Erst am vergangenen Donnerstag auf der Hauptversammlung von Volkswagen hatte der Konzern bekanntgegeben, dass der Betriebsgewinn des Konzerns im ersten Quartal um mehr als ein Viertel auf 2,3 Mrd. Euro eingebrochen sei und vor den Auswirkungen der Wirtschaftsflaute gewarnt. "Die Automobilindustrie ist unverändert in sehr schwierigem Gelände unterwegs. 2013 wird für die gesamte Branche zum Jahr der Bewährung - auch für uns bei Volkswagen", sagte Winterkorn.

Dennoch sieht er den Automobilgiganten aus Niedersachsen für die bevorstehenden Herausforderungen gewappnet. Der Vorstand hält an seiner Prognose fest, im laufenden Jahr mehr Autos zu verkaufen und den Umsatz zu steigern. Beim operativen Gewinn erwartet Volkswagen aber ein weiteres Jahr Stagnation.

Eine lange Durststrecke

Der Automobilmarkt in Europa ist mittlerweile im sechsten Jahr hintereinander auf Schrumpfkurs und dürfte 2013 auf das niedrigste Niveau seit über 20 Jahren zurückfallen. Ein schnelles Comeback ist nicht in Sicht.

Volkswagen will deshalb nicht nur die Internationalisierung weiter vorantreiben, sondern auch zunehmend stärker ins Premiumsegment vorstoßen. "Kein anderes Segment ist so profitabel und wenig andere Segmente zeigen so stabile Wachstumsraten", sagte Winterkorn auf der Hauptversammlung. Schon heute stünden die Premium-Marken Audi, Porsche, Bentley, Lamborghini und Bugatti für mehr als die Hälfte des Konzernergebnisses. Diese Stellung solle weiter ausgebaut werden, gab der Manager den Aktionären mit auf den Weg. VW beherrsche allerdings vor allem auch dir richtige Balance zwischen Premium und Volumen.

Quelle: n-tv.de

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