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10-Milliarden-Sparpaket geplant?: VW nimmt mehr Geld in die Hand

Auf dem Weg an die Weltspitze weitet Volkswagen seine Ausgaben aus. Mehr als die Hälfte der Mittel soll in den kommenden fünf Jahren auf dem Heimatmarkt investiert werden. Zugleich will der Konzern effizienter werden - und kräftig einsparen.

Europas größter Autobauer Volkswagen hält trotz eines angekündigten Sparprogramms am Budgetplan für die kommenden fünf Jahre fest. Auf dem Weg an die Weltspitze sollen bis 2019 insgesamt 85,6 Milliarden Euro in Standorte und Technologien investiert werden, wie der Aufsichtsrat beschlossen hat.

Volkswagen will die Ertragskraft durch Einsparungen und Effizienzsteigerung stärken - vier Monate nach der Sparansage für die Pkw-Kernmarke durch Konzernchef Martin Winterkorn. Wie nun bekannt wurde, soll auch bei den anderen Marken des Konzerns gespart werden - konzernweit soll das Sparpaket insgesamt 10 Milliarden Euro umfassen, berichtet ein Insider.

Damit schreibt das Gremium seinen Fünf-Jahres-Plan fort. Dieser sah bislang für die Periode von 2013 bis 2018 Investitionen von rund 84 Milliarden Euro vor. Auf das Jahr gerechnet waren dies gut 16,8 Milliarden Euro. Diesmal liegen die Investitionen mit 17,1 Milliarden  sogar noch etwas darüber.

"Der hohe Innovationsdruck und die steigenden Anforderungen aus der CO2-Gesetzgebung an die Automobilindustrie erfordern auch in Zukunft hohe Entwicklungsausgaben", sagte Winterkorn.

Angriff auf Toyota

Die Sachinvestitionen im Autogeschäft belaufen sich auf 64,3 Milliarden Euro und liegen damit leicht über dem Niveau der vorigen Planung. Mehr als die Hälfte davon soll an den 28 Standorten in Deutschland ausgegeben werden. Ein wesentlicher Teil soll laut VW in die Modernisierung und Erweiterung des Produktportfolios, insbesondere der SUV-Palette, gesteckt werden.

Der neuen Planung zufolge will der Konzern von 2015 bis 2019 gut 41,3 Milliarden Euro allein in neue Automobile und Varianten sowie umweltschonende Antriebe stecken. Dabei sollen die Kosten durch die Baukastentechnik weiter sinken. Weitere 22 Milliarden Euro sollen die Gemeinschaftsunternehmen in China investieren, wo VW ein Werk nach dem anderen hochzieht.

Volkswagen hat sich zum Ziel gesetzt, spätestens bis 2018 Toyota als weltgrößten Autobauer abzulösen. Für dieses Wachstum muss Europas Nummer eins viel Geld in die Hand nehmen, um neue Modelle, Werke und Technologien zu finanzieren.

Für VW ist das laufende Jahr bisher recht solide verlaufen. Umsatz und Gewinn steigerte der Konzern im dritten Quartal. Und auch die Absatzentwicklung verläuft nach Plan: "Wir haben die Chance, die Marke von zehn Millionen Auslieferungen bereits im laufenden Jahr zu erreichen", hatte der Vorstandschef bei Vorlage der Quartalszahlen gesagt.

VW will insgesamt 10 Milliarden sparen

Die bei Volkswagen geplanten Einsparungen belaufen sich einem Insider zufolge konzernweit auf bis zu zehn Milliarden Euro. "Für den Gesamtkonzern könnten sich die Effizienzmaßnahmen auf zehn Milliarden Euro belaufen", sagte eine Person mit Kenntnis der Beratungen. Zu dem bereits bekannten Sparprogramm bei der Hauptmarke VW von fünf Milliarden dürfte demnach etwa die gleiche Summe bei den Pkw-Marken Audi, Porsche, Skoda, Seat und den VW-Nutzfahrzeugen hinzukommen.

Alle Marken des Wolfsburger Konzerns müssten ihre Kosten mit Blick auf die Investitionen zur Senkung des CO2-Ausstoßes und der Elektromobilität senken, sagte der Insider. VW wollte sich nicht dazu äußern. Bisher war lediglich bekannt, dass VW fünf Milliarden einsparen soll, um die Rendite bis 2018 zu steigern. Audi soll seine Kosten um etwa zwei Milliarden Euro senken.

Quelle: n-tv.de

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