Wirtschaft
Platzhirsch im Wettbewerb: Europaweit kam im Oktober jeder vierte Neuwagen von VW.
Platzhirsch im Wettbewerb: Europaweit kam im Oktober jeder vierte Neuwagen von VW.(Foto: picture alliance / dpa)

"Mehr als jemals zuvor": VW öffnet den Geldhahn

Den Aufstieg an die Weltspitze lässt sich Volkswagen einiges kosten: Konzernchef Winterkorn hält an dem Ziel fest, innerhalb von sechs Jahren an starken Konkurrenten wie GM oder Toyota vorbeizuziehen. Nach einem Treffen der Aufsichtsräte enthüllt er Details, wohin der Konzern seine Milliarden lenken will.

"Wir bei Volkswagen stehen zum Industriestandort Deutschland": Martin Winterkorn (Archivbild).
"Wir bei Volkswagen stehen zum Industriestandort Deutschland": Martin Winterkorn (Archivbild).(Foto: REUTERS)

Mitten in der Absatzkrise und der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Teilen der Eurozone will Europas größter Automobilkonzern weiter großflächig investieren: Der Wolfsburger Autobauer will in den nächsten drei Jahren eigenen Angaben zufolge 50,2 Mrd. Euro in den Ausbau der Werke und die Entwicklung neuer Fahrzeuge mit verbrauchsärmeren Antrieben stecken.

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"Trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds investieren wir mehr als jemals zuvor, um unsere langfristigen Ziele zu erreichen", sagte VW-Chef im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung. VW will bis 2018 an Toyota und der Opel-Mutter General Motors vorbeiziehen und den Thron der weltweiten Automobilindustrie erklimmen.

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Finanziell kann Europas größter Autobauer die Investitionen locker stemmen: VW verfügt trotz der Übernahmen des Porsche rast rekordverdächtig -Sportwagengeschäfts und der Motorradmarke Audi schnappt sich Ducati noch immer über ein komfortables Finanzpolster von 9,2 Mrd. Euro. Weitere rund 4,5 Mrd. Euro hatten sich die Wolfsburger jüngst durch zwei Anleihe beschafft. Mit den neuen Planzahlen öffnet der Konzern zugleich ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte: Erstmals umfassen die Planung auch die Marken MAN und Porsche.

"Klares Bekenntnis"

Von den Sachinvestitionen von 39,2 Mrd. Euro will VW mehr als die Hälfte innerhalb Deutschlands ausgeben. "Wir schaffen so die Voraussetzungen, dass unsere 27 Werke bei Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich weiter ganz vorne mitspielen", sagte Winterkorn.

"Wir bei Volkswagen stehen zum Industriestandort Deutschland", fügte der VW-Chef hinzu. Beobachter erkannten darin einen "Opel wird nicht verkauft" , bei dem die Konzernmutter über Werksschließungen diskutiert.

VW-Betriebsratschef VW bremst Passat-Produktion begrüßte die Entscheidung als "klares Bekenntnis zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Beschäftigung bei Volkswagen gerade angesichts des schwierigen Umfelds in der Automobilindustrie".

Knapp 25 Mrd. Euro für neue Modelle

Der neuen Planung zufolge will VW von 2013 bis 2015 allein 24,7 Mrd. Euro in neue Automobile und Varianten investieren. Dazu gehöre auch eine neue Lkw-Generation von MAN. Bei Pkw sollen die Kosten durch die neue Baukastentechnologie um über 20 Prozent sinken. 14,5 Mrd. Euro fließen in den Ausbau der Werke - als Projekte hob der Konzern die neue Audi-Fabrik in Mexiko und die Erweiterung des Porsche-Werks in Leipzig sowie den Ausbau der Produktion von Automatikgetrieben hervor.

Weitere 9,8 Mrd. Euro sollen in die Gemeinschaftsunternehmen in China gesteckt werden. VW VW plant weitere China-Werke , um die erwartete Nachfrage bedienen zu können. Der Aufsichtsrat beschließt üblicherweise jedes Jahr im November die Investitionen für die kommenden fünf Jahre. Im vergangenen Jahr hatte der Kontrollrat für den Fünf-Jahres-Zeitraum von 2012 bis 2016 Gesamtausgaben von 62,4 Mrd. Euro beschlossen.

Hindernisse auf der Strecke

Der Weg an die Spitze dürfte für VW steiniger werden als bisher. Während auf dem Heimatmarkt wegen der Krise in den Schuldenstaaten Südeuropas der Absatz einbricht und sich die Nachfrage nach Meinung von Experten auch in den nächsten beiden Jahren nicht erholen wird, ist Chinas Wirtschaft brummt wieder der weltweiten Automobilindustrie ins Stottern geraten. In den USA, wo der Pkw-Markt noch stark wächst, könnten die für den staatlichen Defizitabbau nötigen Einsparungen das Konsumklima dämpfen.

VW profitiert von der Schwäche der Konkurrenz und hatte seine Führung in Europa zuletzt weiter ausgebaut. Mehr als Europas Automarkt schrumpft in der EU stammte im Oktober von dem Wolfsburger Imperium. Allerdings bläst auch VW wegen der Krise in Südeuropa der Wind ins Gesicht. "Die Zeiten sind nicht leicht, aber wir haben es in der Hand, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen", hatte Winterkorn jüngst gesagt.

Dagegen dürfte sich der Überlebenskampf der Massenhersteller von Opel über Tata gibt Peugeot einen Korb bis Ford und Fiat sieht keine Erholung in Europa nach Einschätzung von Experten angesichts der Rezession in den Schuldenstaaten noch verschärfen.

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Quelle: n-tv.de

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