Montag, 07. Dezember 2009
Auf dem Weg zur Übernahme: VW steigt bei Porsche ein
Volkswagen schafft Fakten für den Zusammenschluss mit Porsche. Europas größter Autobauer teilte in Wolfsburg mit, er habe sich wie angekündigt in einem ersten Schritt für 3,9 Mrd. Euro mit 49,9 Prozent an der Porsche AG beteiligt, in der das Sportwagengeschäft geführt wird. Damit werde der nächste wichtige Schritt auf dem Weg zur Übernahme von Porsche vollzogen. Porsche sei der profitabelste Autohersteller der Welt, an dieser Ertragskraft werde Volkswagen künftig partizipieren.
Die VW-Aktionäre hatten den Vorstand vergangene Woche zur Ausgabe von bis zu 135 Mio. Vorzugsaktien ermächtigt, um den Zusammenschluss der beiden Autobauer zu finanzieren. Nach aktuellem Kurs könnten die Wolfsburger dafür rund 8 Mrd. Euro einsammeln. Durch die Ausgabe von stimmrechtslosen Vorzugspapieren soll das fein austarierte Machtverhältnis zwischen den Stammaktionären nicht angetastet werden. Die neuen Papiere sollen in der ersten Jahreshälfte 2010 ausgegeben werden. Volkswagen verfügte Ende September dank weltweit guter Geschäft im Autogeschäft über eine mit 13,4 Mrd. Euro prall gefüllte Konzernkasse.
Porsche verhob sich
Nachdem sich Porsche mit dem Versuch, Volkswagen zu übernehmen, verhoben hatte, wollen die Wolfsburger den dadurch mit 11,4 Mrd. Euro verschuldeten Sportwagenbauer nun schrittweise schlucken. Die beiden Autokonzerne hatten sich Mitte August nach einem zähen Machtkampf auf eine Verschmelzung geeinigt.
Das Geld aus dem jetzt vollzogenen Anteilserwerb will Porsche einsetzen, um seine Schulden abzubauen. VW will sich Porsche bis 2011 als zehnte Marke einverleiben. Auf dem Weg dahin soll auch das österreichische Autohandelsgeschäft Porsche Holding der Familien Porsche und Piech an VW verkauft werden. Insgesamt lässt sich VW die Verschmelzung fast 16 Mrd. Euro kosten.
An dem neuen Konzern, in dem der Porsche-Enkel und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech die Fäden in der Hand hält, soll das Land Niedersachsen nach Abschluss aller Transaktionen etwas mehr als 20 Prozent, das Emirat Katar etwas weniger als 20 Prozent und die Familien gut 30 Prozent der Stimmrechte halten. Die genauen Anteilsverhältnisse sollen durch eine Bewertung der Unternehmen kurz vor der Verschmelzung der Volkswagen AG und der Porsche Automobil Holding SE festgelegt werden.
rts/DJ/AFP
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