Wirtschaft
Der direkte Zugriff auf die Kasse erleichtert die Zusammenarbeit für VW.
Der direkte Zugriff auf die Kasse erleichtert die Zusammenarbeit für VW.(Foto: dpa)

Kurze Leine für MAN: VW tüftelt an Verträgen

Schon länger ist über diesen Schritt spekuliert worden, nun macht VW ernst und nimmt den Lastwagenbauer MAN an die kurze Leine. Die Münchner sollen enger in den VW-Konzern eingebunden werden.

Der Volkswagen-Konzern strebt den Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit dem Lkw- und Maschinenbauer MAN an. Dazu würden Gespräche mit dem Vorstand aufgenommen, teilte VW in Wolfsburg mit. Die sei ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Schaffung eines integrierten Nutzfahrzeugkonzerns. Volkswagen hat bereits eine Dreiviertel-Mehrheit bei MAN. Zugleich gab es Berichte, wonach die Zusammenarbeit zwischen VW und Daimler bei großen Transportern vor dem Aus steht.

Mit dem Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag werde eine verstärkte und vereinfachte Zusammenarbeit zwischen Volkswagen und MAN angestrebt und damit die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit beider Unternehmen. Einen solchen Vertrag hat VW auch mit Audi abgeschlossen. Damit kann der Autokonzern auch für das Unternehmen nachteilige Entscheidungen im Interesse des Konzernvorteils insgesamt durchsetzen. Dafür reichen 75 Prozent der anwesenden Stimmen auf der Hauptversammlung.

Volkswagen halte derzeit 75,03 Prozent der Stimmrechte der MAN SE, hieß es. Das Unternehmen bekräftigte, dass die Geschäftstätigkeit von MAN unter Beibehaltung der markenspezifischen Eigenschaften und Geschäftsfelder im Volkswagen-Konzern fortgeführt werde. Zudem respektiere Volkswagen die Arbeitnehmerrechte in vollem Umfang.

Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtete zudem, dass VW sein Modell VW-Crafter künftig nicht mehr mit dem Stuttgarter Daimler-Konzern sondern alleine planen und bauen will. Unternehmenskreise bestätigten der Nachrichtenagentur dpa Überlegungen zum Alleingang bei VW.

Der VW-Crafter wird mit dem Mercedes-Sprinter in den Daimler-Werken Düsseldorf und Ludwigsfelde produziert. Beide Seiten wollten den Bericht nicht kommentieren. Nach dpa-Informationen werden die noch laufenden Verhandlungen zur Zukunft der bis ins Jahr 2016 reichende Kooperation spätestens im Frühling abgeschlossen.

Quelle: n-tv.de

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