Wirtschaft
Volkswagen hat einen größeren Börsenwert als Siemens.
Volkswagen hat einen größeren Börsenwert als Siemens.(Foto: REUTERS)

Wertvollster Konzern Deutschland: VW überholt Siemens

Volkswagen spielt laut einer Studie in der Riege deutscher Börsenschwergewichte in einer ganz eigenen Liga. Als einziger deutscher Konzern ist der Autohersteller an der Börse mehr als 100 Milliarden Dollar wert.

Volkswagen ist Deutschlands wertvollstes Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Unternehmensberatungsgesellschaft Ernst & Young. Demzufolge überholte der Autohersteller im zu Ende gehenden Jahr den Industriekonzern Siemens und ist als einziges deutsches Unternehmen an der Börse mehr als 100 Mrd. Dollar wert. Genau seien es derzeit 101,7 Milliarden, 57 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der Softwarekonzern SAP (98,5 Milliarden) zog ebenfalls an Siemens (96 Milliarden) vorbei.

Im Weltmaßstab finden sich die deutschen Unternehmen nach der Marktkapitalisierung aber unter ferner liefen: VW liegt auf Rang 57, SAP auf 59 und Siemens auf 63. In der Weltrangliste der teuersten Unternehmen hat die Apple Platz eins erobert: Der Konzern ist an der Börse zum Jahresende 484 Milliarden Dollar wert, allein in diesem Jahr stieg die Aktie um 29 Prozent.

Der zweitplatzierte Ölkonzern Exxon Mobil, der in den vergangenen beiden Jahren geführt hatte, ist mit 396 Milliarden Dollar zehn Milliarden weniger wert als Ende 2011. Auf Platz drei bis fünf folgen drei Großkonzerne aus China: Der Ölkonzern Petrochina, der Mobilfunkriese China Mobile und die Bank ICBC. Google hat sich binnen zwei Jahren vom 15. auf den sechsten Platz vorgearbeitet. Das einzige europäische Unternehmen unter den "Top Ten" ist der niederländisch-britische Ölriese Royal Dutch Shell als Neunter.

US-Konzerne dominieren

Unter den wertvollsten hundert Firmen der Welt dominieren weiterhin die Amerikaner: 39 davon kommen aus den USA, je zehn aus China und Großbritannien. "Die USA schaffen es immer wieder, Unternehmen hervorzubringen, die sich binnen kurzer Zeit an die Weltspitze vorarbeiten. Diese Innovationskraft ist die große Stärke der amerikanischen Wirtschaft", sagt Ernst&Young-Partner Thomas Harms.

Deutschland stellt fünf Top-100-Unternehmen. Neben dem Stammgast BASF (87 Milliarden Dollar, Platz 76) hat auch Bayer (79 Milliarden Dollar) als 84. den Sprung geschafft. Im Schnitt haben die fünf ihren Börsenwert in diesem Jahr um 38 Prozent gesteigert, während die Marktkapitalisierung der Top 100 insgesamt nur um 14 Prozent stieg. Für 2013 ist Harms etwas skeptischer: "Die ausbleibenden Wachstumsimpulse aus Europa werden den deutschen Unternehmen zu schaffen machen." Sie müssten auf die erhoffte Dynamik in den USA und in China setzen.

In Lauerstellung liegen Allianz (Platz 104) und BMW (Platz 109). Unter den weltweit wertvollsten 300 börsennotierten Konzernen sind 15 deutsche: Linde, Münchener Rück und Henkel kamen hinzu. 71 der Top-300-Firmen kommen aus dem Finanzsektor, die Deutsche Bank liegt mit 40,8 Milliarden Dollar als 190. der Weltrangliste aber nur unter ferner liefen. 34 Finanzdienstleister sind an der Börse mehr wert als der deutsche Branchenprimus.

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Quelle: n-tv.de

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