Wirtschaft
Der frühere Opel-Chef und langjährige VW-Manager Hans Demant, hier bei einem Opel-Klassiker-Treffen im Jahr 2009.
Der frühere Opel-Chef und langjährige VW-Manager Hans Demant, hier bei einem Opel-Klassiker-Treffen im Jahr 2009.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Hans Demant nimmt seinen Hut: VW verabschiedet "Mr. Opel"

Sein großes Projekt müssen andere vollenden: Der frühere Opel-Chef Demant, der bei VW die Markteinführung eines Kleinwagens zum Kaufpreis von unter 10.000 Euro vorantreiben sollte, wechselt zum Monatsende in den Ruhestand.

Volkswagen schickt den für das Billig-Auto-Projekt verantwortlichen Manager in Rente. Der 65-jährige Hans Demant scheide zu Beginn des neuen Monats aus, teilte der Wolfsburger Autokonzern mit. Der einstige Opel-Chef Demant war 2010 zu Volkswagen geholt worden, um die Entwicklung eines besonders günstigen Wagens für weniger als 10.000 Euro voranzutreiben.

Sein Wechsel von Rüsselsheimer GM-Tochter zu Europas größtem Automobilkonzern kam für viele Opelaner überraschend. "Mister Opel", wie Demant zeitweise ehrenhalber genannt wurde, war insgesamt 38 Jahre für Opel tätig und hatte den Autobauer ab 2004 durch extrem schwierige Zeiten geführt.

Sein neues Projekt bei VW kam allerdings nicht recht aus den Startlöchern. Die Entwicklung zog sich lange hin - unter anderen, so heißt es, weil VW die Kosten nicht in den Griff bekam. Im vergangenen Sommer kündigte der Konzern dann den Bau eines solchen Wagens für das Jahr 2018 an. Es soll zwischen 8000 und 11.000 Euro kosten und in China vom Band rollen. Bauen will VW das Modell in China zusammen mit den beiden staatlichen Firmen FAW und SAIC. Das sogenannte Budget Car gilt als eines der Schlüsselprojekte für Volkswagens Zukunft, insbesondere in Asien.

Noch ist laut VW allerdings nicht entschieden, wer sich nach Demant um das Projekt kümmern soll. Mit dem Billig-VW will der Wolfsburger Konzern jedoch nicht nur in Wachstumsregionen wie China und Indien punkten, sondern auch in den Heimatmärkten zumindest einen Fuß in das Segment schieben. In Europa nehmen die Absatzzahlen bei den preisgünstigen, komfortarmen Kleinwagen zu. Der französische Autobauer Renault zum Beispiel verbucht bei seiner Tochter Dacia große Zuwächse.

Mit dem Projekt Billig-Auto wollen die Wolfsburger mehr als nur zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Er soll wettbewerbsfähig sein und gleichzeitig den hohen Qualitätsansprüchen von Volkswagen genügen.

Zugleich achten die Autobauer bei VW peinlich genau darauf, dass das Projekt Budget Car nicht die Kernmarke VW verwässert. Deshalb war sogar zeitweise im Gespräch, für den Billigwagen eine eigene Marke zu schaffen. Es wäre der 13. Markenname unter dem Dach des VW-Konzerns. Damit kommen weitere strategische Überlegungen zum Zug: Wenn es zur Markengründung kommt, könnte sich VW mit einem Billigwagen auch ins eigene Fleisch schneiden. Europas größter Autokonzern muss damit auch verhindern, dass die vergleichsweise preiswerten Töchter Skoda und Seat Kunden an die neue Marke verlieren.

Quelle: n-tv.de

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