Wirtschaft
Minus 13 Prozent im US-Markt: VW-Chef Müller, hier auf einer Veranstaltung zum Start des Genfer Autosalons.
Minus 13 Prozent im US-Markt: VW-Chef Müller, hier auf einer Veranstaltung zum Start des Genfer Autosalons.(Foto: dpa)

Nur 22.000 Autos im Februar: VW verkauft weniger Pkw in den USA

Es ist einer der wichtigsten Pkw-Märkte der Welt: Im Februar können Konkurrenten wie Toyota oder Fiat Chrysler ihre Verkäufe kräftig steigern. VW dagegen muss im Vergleich zum Vorjahr ein zweistelliges Minus hinnehmen.

In den Vereinigten Staaten zieht der Fahrzeugmarkt weiter an. Einzelne Autohersteller können von der robusten Nachfrage jedoch nicht profitieren. Für Europas größen Automobilkonzern Volkswagen zum Beispiel hält der Absatzschwund im US-Markt an.

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Unter dem Eindruck des Abgasskandals verkaufte der deutsche Autobauer dort im Februar mit gut 22.000 Fahrzeugen rund 13 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Damit schlugen sich die Wolfsburger erneut schlechter als die Rivalen. Neu ist die Entwicklung nicht: VW kämpft bereits seit Jahren mit schleppenden Verkaufszahlen auf dem US-Markt. Ein Verkaufsstopp für Diesel-Modelle im Zuge der Affäre um manipulierte Emissionstests warf den Hersteller in den letzten Monaten noch weiter zurück. Ohnehin bewegen sich die Verkaufszahlen von Rivalen wie Honda, Nissan oder Toyota in den USA in ganz anderen Bereichen als bei VW - ganz zu schweigen natürlich von der starken Stellung der US-Autobauer in ihrem Heimatmarkt.

Insgesamt präsentierte sich der US-Automarkt im Februar angetrieben von Feiertagsrabatten - wie etwa zum "President's Day" - sowie Kalendereffekten in Form eines Verkaufstages mehr als im Vorjahr weiter in guter Form. 2015 hatte die Branche mit knapp 17,5 Millionen verkauften Neuwagen einen Rekord aufgestellt, Analysten trauen dem Markt weiteres Wachstum zu.

 

(Hinweis für Mobilnutzer: Die Übersicht zu den US-Absatzzahlen finden Sie hier.)

Die VW-Tochter "Volkswagen of America" führte den Rückgang im Februar auf saisonale Effekte im Management von Fuhrparks zurück. Nach dem Rekordjahr 2015 auf dem US-Markt und deutlichen Zuwächsen im Januar hatten Branchenkenner bereits befürchtet, dass sich die Amerikaner stärker zurückhalten könnten. Billiger Sprit und umfangreiche Werbemaßnahmen hätten sie aber weiterhin in die Autohäuser gelockt, sagte Michelle Krebs, Analystin bei Autotrader. Günstige Kredite dürften ebenfalls eine Rolle gespielt haben.

Plus 20 Prozent für Ford

Die VW-Tochter Audi verkaufte mit knapp 12.000 Autos 2,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Selbst der Zuwachs bei Audi bleibt deutlich hinter den Absatzsteigerungen mancher Wettbewerber zurück: Um zwölf Prozent konnte Fiat Chrysler den US-Absatz steigern. Bei Ford betrug das Plus 20 Prozent.

Sowohl bei Chrysler als auch bei Ford waren vor allem Geländewagen und Pickup-Trucks gefragt. Auch VW konnte in diesem Segment mit einem SUV punkten. Das Modell "Tiguan" wurde in den USA in den vergangenen Februarwochen mehr als 3000 Mal verkauft. Gegenüber dem Vergleichszeitraum aus dem Vorjahr entspricht das einem Plus von 78 Prozent.

Der japanische VW-Konkurrent Toyota brachte im Februar gut fünf Prozent mehr Fahrzeuge an Kunden in den USA. Bei US-Marktführer General Motors (GM) fiel der Absatz dagegen um 1,5 Prozent. Hintergrund seien weniger Auslieferungen an Autovermietungsfirmen, erklärte GM und schloss sich damit dem Argumentationsmuster von VW an.

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Quelle: n-tv.de

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