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Lamborghini Mentador J: Auch der italienische Sportwagenbauer gehört zum VW-Konzern.
Lamborghini Mentador J: Auch der italienische Sportwagenbauer gehört zum VW-Konzern.(Foto: picture alliance / dpa)

Rekordfahrt hat ein Ende: Volkswagen muss abbremsen

Nach den zurückliegenden rekordjahren rechnet Europas größter Automobilkonzern Volkswagen mit einem schwierigem Jahr. "2013 wird für die gesamte Branche zum Jahr der Bewährung. Auch für uns. Der Wettbewerbsdruck ist hoch und steigt weiter", sagte VW-Chef Martin Winterkorn. "Die konjunkturelle Großwetterlage bleibt unsicher. Insbesondere Europa bleibt ein Wackelkandidat - die Schuldenkrise ist nicht überwunden. Die Märkte hier bleiben auf absehbare Zeit schwach."

Der VW-Konzern ist laut Winterkorn überzeugt, dass sich die Wachstumschancen weiter nach Übersee verschieben. Für die kommenden Jahre seien mindestens zehn neue Werke geplant - sieben davon baue VW in China, kündigte Winterkorn an.

Guter Start ins Jahr

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In den beiden ersten Monaten lieferte der Zwölf-Marken-Konzern ohne MAN und Scania rund um den Globus 1,4 Millionen Fahrzeuge aus, das waren 8,3 Prozent mehr als vor Jahresfrist. "Volkswagen hat alles, um den guten Weg der vergangenen Jahre auch un ter veränderten Vorzeichen fortzusetzen." Der Konzernchef bekräftigte das Ziel, Volkswagen in den nächsten Jahren an die Spitze der weltweiten Automobilindustrie zu führen - "profitabel, nachhaltig und dauerhaft", fügte er seinem Redemanuskript zufolge hinzu.

Seine Hoffnung stützt der Konzern dabei auf eine Vielzahl neuer Modelle, die in den nächsten Jahren auf Grundlage des neuen Baukastensystems auf den Markt kommen sollen. Durch den Einsatz gleicher Bauteile und Module sollen die Kosten um ein Fünftel sinken.

VW-Marke in Bedrängnis

Im vergangenen Jahr konnte die Euro-Krise, unter der die Konkurrenz von Opel über Ford und Fiat bis hin zu Peugeot ächzt, Volkswagen nur wenig anhaben. Trotz heftiger Preiskämpfe in Westeuropa, Milliardeninvestitionen in das neue Baukastensystem und der Eingliederung der Marken Porsche und MAN stieg der Betriebsgewinn 2012 um 2 Prozent auf 11,5 Mrd. Euro.

Einer der stärksten Ertragsbringer waren die Beteiligungen in China, aus denen VW anteilig ein operativer Gewinn von 3,7 Milliarden Euro zufloss, 40 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Kernmarke VW musste dagegen wegen der Krise in Europa Federn lassen, ihr operatives Ergebnis schrumpfte um vier Prozent auf 3,6 Mrd. Euro.

22 Milliarden Euro Gewinn

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Unterm Strich verdienten die Wolfsburger im abgelaufenen Jahr rund 22 Mrd. Euro, so viel wie nie zuvor ein deutsches Dax-Unternehmen. Grund für den Anstieg des Überschusses um fast 40 Prozent waren Sondereffekte im Zusammenhang mit der vollständigen Übernahme des Porsche-Sportwagengeschäfts, stehen also nur auf dem Papier. S

chon im vorangegangenen Jahr hatte Volkswagen aufgrund von Bilanzeffekten aus der geplatzten Fusion mit der Porsche Holding SE unter dem Strich mit knapp 16 Mrd. Euro so viel verdient wie kein deutsches Unternehmen zuvor.

VW wirtschaftlich so stark wie Finnland

Der Konzernumsatz schwoll zugleich um mehr als ein Fünftel auf 192,7 Mrd. Euro an, das entspricht der Wirtschaftskraft Finnlands. Der Anstieg resultierte zu einem beträchtlichen Teil aus der Übernahme von Porsche und des Münchner Lkw-Bauers MAN. Die Barmittel sanken nach der vollständigen Übernahme der Marke Porsche, dem Kauf des italienischen Motorradherstellers Ducati und der Anteilsaufstockung bei MAN auf 10,6 Milliarden Euro, womit VW immer noch über ein vergleichsweise dickes Polster verfügt.

Die VW-Aktionären sollen angesichts des Rekordgewinns abermals höhere Beteiligungen erhalten. Die Dividende soll um 50 Cent auf 3,50 Euro je Stamm- und 2,56 Euro je Vorzugsaktie angehoben werden.

Die Tarifbeschäftigten in den sechs westdeutschen Werken bekommen eine Prämie von 7200 Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr und damit 300 Euro weniger als für das vorangegangene Jahr. Grund ist der niedrigere Betriebsgewinn der Marke VW Pkw, der Grundlage für die Berechnung des Zuschlags an die Belegschaft ist.

Konzernchef Winterkorn erhält 14,5 Mio. Euro für das abgelaufene Jahr und damit 5,5 Millionen weniger als ihm nach den zuletzt gültigen Kriterien zugestanden hätten. Damit wollte VW eigentlich verhindern, erneut ins Zentrum einer Diskussion um hohe Managementbezüge zu geraten - wie 2011, als Winterkorn mehr als 17 Mio. Euro verdiente. Auch mit über 14 Mio. Euro ist Winterkorn der am besten bezahlte Dax-Manager.

An der Börse verloren die Aktien rund 1,5 Prozent. Das Marktumfeld fiel allerdings positiv aus: Der Dax kletterte um rund einen halben Prozent.

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Quelle: n-tv.de

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