Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Nächster Pharma-Milliardendeal: Valeant schluckt US-Rivalen Salix

Vor wenigen Monaten scheitert der Konzern Valeant mit der Übernahme des Botox-Herstellers. Doch der Druck in der Branche ist hoch. Statt an glatter Haut wollen die Kanadier nun an geregelter Verdauung verdienen.

In der Pharmabranche steht dernächste große Milliardenzukauf an: Der kanadische Pharmakonzern Valeant erwirbt in einer rund zehn Milliarden Dollar schweren Transaktion den US-Rivalen Salix. Einschließlich der Übernahme von Schulden beläuft sich die Summe sogar auf 14,5 Milliarden Dollar, wie beide Unternehmen mitteilten.

Valeant Pharmaceuticals zahlt den Angaben zufolge 158 Dollar pro Aktie in bar. Damit liegt der Preis leicht über dem Schlusskurs von Salix Pharmaceuticals am Freitag von 157,85 Dollar. Die Aktien des Unternehmens mit Sitz in Raleigh waren zuletzt durch die Übernahmegerüchte gestiegen. Durch den Zukauf würden sich die Schulden von Valeant fast verdoppeln auf 31 Milliarden Dollar, sagte Vorstandschef Michael Pearson.

Größter Deal der Konzerngeschichte

Für Valeant ist es die größte Übernahme in der Konzerngeschichte. Die Kanadier waren 2014 mit dem Versuch gescheitert, sich den kalifornischen Botox-Hersteller Allergan einzuverleiben. Valeant zog gegen den als Generikaproduzent groß gewordenen US-Konzern Actavis den Kürzeren. Actavis legte am Ende des Bieterwettkampfs rund 66 Milliarden Dollar für Allergan auf den Tisch.

Die Übernahme von Salix durch Valeant soll im zweiten Quartal 2015 abgeschlossen werden. Die zuständigen Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen. Die Fusion soll jährliche Einsparungen von mehr als 500 Millionen Dollar bringen. Beiden Unternehmen stimmten nach eigenen Angaben dem Zusammenschluss bereits zu.

Valeant mit Sitz in Laval in Quebec ist schon seit einiger Zeit auf Einkaufstour. 2013 hatten die Kanadier den Kontaktlinsen-Hersteller Bausch & Lomb erworben. Zu den bekanntesten Arzneien von Valeant zählen das Antidepressivum Wellbutrin und das rezeptfreie Erkältungsmittel Cold-FX. Valeant bevorzugt Übernahmeziele, bei denen sich hohe Einsparungen erzielen lassen.

An Salix war nach Informationen von Insidern auch der britische Pharmakonzern Shire interessiert. Salix produziert das Medikament Xifaxan gegen das Reizdarm-Syndrom.

Für das abgelaufene vierte Quartal gab Valeant einen Nettogewinn von 534,1 Millionen Dollar bekannt nach 125,0 Millionen Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Umsatz erhöhte sich auf 2,28 Milliarden Dollar von 2,06 Milliarden Dollar.

Quelle: n-tv.de

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