Wirtschaft

Schwierige Imagepolitur: Vatikanbank soll "normal" werden

Die Vatikanbank wusch Gelder der italienischen Mafia und noch immer haftet dem Kirchenstaat der Ruf eines dubiosen Finanzzentrums an. Der neue Chef, der Deutsche Ernst von Freyberg, hat schwer damit zu tun, die Bank aus den Negativschlagzeilen zu bringen.

Die Vatikanbank ist keine Staatsbank.
Die Vatikanbank ist keine Staatsbank.(Foto: dpa)

Der neue Chef der Vatikanbank, Ernst von Freyberg, will das Geldinstitut des Kirchenstaats aus den Negativschlagzeilen bringen. "Mein Traum ist es, aus der Vatikanbank einen anerkannten Dienstleister innerhalb der  katholischen Weltkirche zu machen", sagte der deutsche Finanzexperte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er wolle erreichen, dass die Bank, die wiederholt wegen Vorwürfen der Geldwäsche in die Schlagzeilen geriet, "nicht mehr die Kritik der internationalen Presse auf sich zieht".

Von Freyberg, der im Februar zum Chef der Vatikanbank berufen worden war, betonte, dass das Institut mit seinen 114 Mitarbeitern, etwa 18.900 Kunden, einer Bilanzsumme von fünf Milliarden Euro und einem Nettogewinn von zuletzt 86,6 Millionen Euro von seiner Struktur her gesund dastehe. "Sanierung ist nicht das Thema, das Institut ist nicht in einer Schieflage, sondern gut mit Kapital ausgestattet", sagte der deutsche Manager mit Blick auf die Daten.

Kundenbeziehungen auf dem Prüfstand

"Ziel ist es, dass wir dorthin kommen, wo eine normale kleinere katholische Finanzinstitution stehen sollte, die in Ruhe ihren Dienst macht, aber nicht mit ihrem schlechten Ruf der Botschaft der Kirche entgegensteht", sagte von Freyberg. "Bis zum Sommer" wolle er daher "alle Anforderungen der Finanzaufseher im Vatikan und der internationalen Prüfer bis ins kleinste Detail erfüllen". Zudem lasse er "in den nächsten Monaten jede einzelne Kundenbeziehung noch einmal extern prüfen", sagte von Freyberg.

Der Europarat hatte die Vatikanbank, die unter anderem Spenden an die katholische Kirche verwaltet, im Juli zu mehr Einsatz im Kampf gegen Geldwäsche aufgefordert. In einem Bericht monierte der Europarat, dass vor allem die Kontrolle der Bank durch die vatikanische Finanzbehörde unzureichend sei. Diese erklärte vor wenigen Tagen, der Vatikan habe seinen Kampf gegen Geldwäsche verstärkt. Der Vatikanbank wird vorgeworfen, in der Vergangenheit unter anderem Geld der italienischen Mafia gewaschen zu haben.

 

Quelle: n-tv.de

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