Wirtschaft
Vattenfall-Chef Magnus Hall hat nicht viel Positives zu berichten.
Vattenfall-Chef Magnus Hall hat nicht viel Positives zu berichten.(Foto: REUTERS)

Verlustreiches Jahr: Vattenfall ächzt unter sinkenden Strompreisen

Niedrige Strompreise im Großhandel und die Folgen des deutschen Atomausstiegs halten den schwedischen Energiekonzern Vattenfall auch im vergangenen Jahr in der Verlustzone. Die Zahlen sind noch schlechter als 2014.

Gesunkene Strompreise und die Energiewende setzen Vattenfall zu. Der Verlust habe sich im vergangenen Jahr auf 2,1 Milliarden Euro mehr als verdoppelt, teilte der Versorger mit. Bereits zum dritten Mal in Folge streicht der Rivale von Eon und RWE deshalb die Dividende. Auf diese Einnahmen muss der schwedische Staat verzichten, dem Vattenfall zu 100 Prozent gehört. Der Konzern will stattdessen seine Restrukturierung vorantreiben, die Einsparungen, den Abbau von Jobs und den Verkauf von Unternehmensteilen vorsieht. Unter anderem hat Vattenfall sein deutsches Braunkohlegeschäft ins Schaufenster gestellt.

Trotz der Spar-Erfolge hätten die im Jahr angefallenen Abschreibungen unter dem Strich zu einem Minus geführt, erklärte Vattenfall-Chef Magnus Hall. Die Abschreibungen summierten sich auf fast 4 Milliarden Euro, 2014 hatten sie noch bei knapp 2,6 Milliarden Euro gelegen.

Vattenfall musste wegen der gesunkenen Strom-Großhandelspreise und einer Nuklear-Steuer die Werte seiner Kraftwerke nach unten revidieren. Zwei Meiler im schwedischen Atomkraftwerk Ringhals, an denen auch Eon beteiligt ist, sollen bis 2020 vom Netz genommen werden.

Verkauf der deutschen Braunkohlesparte

Für das ebenfalls von hohen Abschreibungen betroffene Braunkohlegeschäft in Deutschland gibt es mehrere Interessenten. Der Wert wird auf bis zu 3 Milliarden Euro geschätzt. Vattenfall peilt einen Verkauf in der ersten Jahreshälfte an.

Auch den deutschen Rivalen Eon, RWE oder EnBW machen sinkende Gewinne zu schaffen. Die Strom-Großhandelspreise sind wegen des Ökostrom-Ausbaus und der Überkapazitäten auf dem tiefsten Stand seit Jahren gefallen. Das wachsende Angebot an Wind- und Sonnen-Energie macht den Betrieb konventioneller Kohle- und Gaskraftwerke unrentabel.

RWE und Eon suchen ihr Heil in einer Abspaltung des Ökostrom-Geschäfts. Auch bei Vattenfall läuft es mit dem Verkauf der deutschen Braunkohlesparte, die 8000 Mitarbeiter beschäftigt, im Prinzip auf eine Art Abspaltung hinaus. Insgesamt zählt Vattenfall rund 30.000 Mitarbeiter, etwa die Hälfte davon in Deutschland.

Quelle: n-tv.de

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