Freitag, 13. November 2009
Josefsson fällt in Ungnade: Vattenfall bald mit neuem Chef
Der auch in Deutschland tätige schwedische Energiekonzern Vattenfall will in den kommenden Wochen einen neuen Konzernchef präsentieren. Das kündigte der Aufsichtsratsvorsitzende Lars Westerberg in Stockholm an.Zuvor hatte die schwedische Regierung zu dem in die Kritik geratenen Konzernchef Lars G. Josefsson erklärt, sie wolle einen Wechsel an der Spitze des Staatskonzerns "so schnell wie möglich".
Wirtschaftsministerin Maud Olofsson hatte in den vergangenen Tagen mehrfach das bisherige Management mit Josefsson an der Spitze massiv wegen Problemen mit den beiden norddeutschen Vattenfall-Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel und der energiepolitischen Strategie des Unternehmens angegriffen.
Nach Angaben Olofssons sucht die Regierung bereits "seit längerem" nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin an der Spitze des größten schwedischen Staatskonzerns. Josefsson hatte am Freitag im Rundfunk noch erklärt, er wolle bis zum Auslaufen seines Vertrages im August 2010 im Amt bleiben. Die massive Kritik der letzten Tage beruhe auf "Falschmeldungen und Halbwahrheiten".
Olofsson hatte zuletzt die unbegrenzte Haftung des schwedischen Mutterkonzerns bei Unfällen in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel als "nicht akzeptabel" eingestuft. Westerberg erklärte dazu, dass sich Vattenfall bei der Unterschrift "möglicherweise nicht völlig im Klaren über das Ausmaß der Risiken gewesen sei."
wne/dpa
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