Wirtschaft
Strom für die Verbraucher in Deutschland: Bei Jänschwalde im Südosten Berlins betreibt Vattenfall ein riesiges Braunkohlekraftwerk.
Strom für die Verbraucher in Deutschland: Bei Jänschwalde im Südosten Berlins betreibt Vattenfall ein riesiges Braunkohlekraftwerk.(Foto: picture alliance / dpa)

"So ist die neue Normalität": Vattenfall vermisst Nachfrage

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall muss sich auch mit seiner deutschen Tochter auf schwierige Zeiten einstellen. Der Gewinn sinkt infolge geringerer Nachfrage bei höheren Kapazitäten und niedrigeren Strompreisen.

Verfügt über reichlich Kern- und Wasserkraft: Vattenfall-Chef Øystein Løseth.
Verfügt über reichlich Kern- und Wasserkraft: Vattenfall-Chef Øystein Løseth.(Foto: REUTERS)

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall kämpft mit schwacher Nachfrage sowie niedrigeren Strompreisen und stellt sich langfristig auf schwierigere Zeiten ein. Das Staatsunternehmen mit Deutschland als wichtigstem Markt setzte im letzten Jahr mit 167,3 Mrd. Kronen - umgerechnet rund 19,5 Mrd. Euro - 7,6 Prozent weniger um als im Jahr zuvor.

Beim operativen Gewinn verzeichnete der Energieriese mit Sitz in Stockholm im vergangenen Jahr ein um Sondereinflüsse bereinigtes Minus von 9,9 Prozent auf 27,7 Mrd. Kronen. Im vierten Quartal ging der operative Gewinn um 8,3 Prozent auf 6,7 Mrd. Kronen zurück.

Unter Einschluss der 2011 wie auch 2012 ungewöhnlich starken Sondereinflüsse brach der operative Gewinne sogar um knapp 50 Prozent auf 5,2 Mrd. Kronen ein.

Bei seiner deutschen Tochter musste Vattenfall im vierten Quartal einen Absturz beim Betriebsgewinn (ebenfalls ohne Sondereinflüsse) von 3 auf 1, 3 Mrd. Kronen verbuchen. Über das ganze Jahr ging der Ertrag leicht von 12,3 auf 11,2 Mrd. Kronen zurück.

Ärger mit Krümmel und Brunsbüttel

Konzernchef Øystein Løseth nannte zusätzliche Strom-Kapazitäten durch erneuerbare Energien bei anhaltend schwacher Nachfrage und gesunkenen Strompreisen als Grund für "schwierige Marktbedingungen". Der Norweger meinte weiter: "Frühere Marktprognosen sind über den Haufen geworfen, und was bisher als "normal" angesehen wurde, gilt nicht mehr. So ist die neue Normalität."

Neben den veränderten Marktbedingungen für Stromversorger belasten Vattenfall die Folgen der Übernahme des niederländischen Nuon-Konzerns, die in Fachkreisen als weit überteuert angesehen wird. Zu schaffen machen der früheren "Gewinnmaschine" für die schwedische Staatskasse zudem auch Kosten und Einnahmeausfälle durch die beiden seit Jahren stillliegenden deutschen Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel.

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Quelle: n-tv.de

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