Wirtschaft
Wenn der Ölpreis weiter fällt, wackelt nicht nur Venezuela: Nicolas Maduro.
Wenn der Ölpreis weiter fällt, wackelt nicht nur Venezuela: Nicolas Maduro.(Foto: picture alliance / dpa)

Nebenwirkungen am Rohölmarkt: Venezuela greift zum Ölhahn

Der Preisverfall am Rohölmarkt macht einzelne Förderländer zunehmend nervös: Venezuela ruft die Mitglieder der Opec zu Beratungen zusammen. Ziel dürfte eine möglichst zügige Drosselung des Ölangebots am Weltmarkt sein - mit entsprechenden Folgen.

Jahrelang haben die Opec-Staaten und andere rohstoffreiche Länder vom historisch hohen Niveau der Mineralölpreise profitiert. Jetzt löst die deutliche Abwärtsbewegung wachsende Unruhe aus. Offenbar machen sich die sinkenden Verkaufserlöse nicht nur im russischen Staatshaushalt bemerkbar.

Angesichts des aktuellen Preisverfalls am Weltmarkt für Rohöl macht sich das Opec-Mitglied Venezuela weiter für eine Drosselung der Produktion stark. Präsident Nicolas Maduro kündigte in einer Fernsehansprache an, es werde sehr bald ein Treffen von Opec-Staaten und anderen Ländern geben. Dabei solle es um die Stützung des Marktes gehen. Einzelheiten nannte Maduro nicht.

Venezuela, das Mitglied in der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ist, ist auf die Einnahmen aus dem Verkauf des Rohstoffs angewiesen, um Schulden im Ausland zu tilgen und Sozialprogramme zu finanzieren. Der Ölpreis ist seit Juni um etwa 30 Prozent gefallen.

Die Opec-Mitglieder treffen sich am 27. November und könnten dann beschließen, die Förderung zu kappen. Das zumindest wäre die übliche Maßnahme, um die Preisentwicklung im Handel zu stützen. Wie in früheren Fällen auch, dürften sich die Verhandlungen dazu als schwierig erweisen.

Wirkungslose Preisschraube

Mit der Kürzung der Förderquoten gehen kurzfristig Einschnitte bei den erzielbaren Erlösen beim Rohölexport einher. Kein Opec-Land wird daher einseitig mit einer Kürzung vorpreschen oder unabgesprochen weniger Rohöl fördern. Allerdings ist selbst dann nicht unbedingt mit einer drastischen Reaktion am Weltmarkt zu rechnen, wenn es im Kreis der Opec-Staaten zu einer zügigen Einigung kommen sollte.

Die Mitglieder des Ölförderkartells kontrollieren mittlerweile nur noch weniger als die Hälfte der Weltrohölproduktion. Dank der gesteigerten Ausbeute durch "Fracking"-Bohrungen in den sogenannten unkonventionellen Lagerstätten ist es beispielsweise den USA gelungen, die Fördermengen im eigenen Land massiv auszuweiten. Dadurch konnte der weltgrößte Ölverbraucher seine Abhängigkeit von der Opec deutlich verringern.

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Quelle: n-tv.de

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