Wirtschaft
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Größtes Plus seit 14 Jahren: Verbraucher fluten Steuerkassen

Die deutsche Wirtschaft ist 2014 dank eines starken Schlussquartals noch stärker gewachsen als bislang angenommen. Und die gut 43 Millionen Beschäftigten gaben ordentlich Geld aus. Experten sehen auch keinen Grund, weshalb sich dies ändern sollte.

Unternehmen und Verbraucher haben die deutsche Wirtschaft Ende 2014 kräftig angekurbelt. Im Gesamtjahr stieg das Bruttoinlandsprodukt um 1,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte und damit eine Schätzung von Mitte Februar leicht anhob. Dank der robusten Konjunktur hat der deutsche Staat im vergangenen Jahr den höchsten Überschuss seit 2000 erwirtschaftet: Zusammen erzielten Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung ein Haushaltsplus von rund 18,0 Milliarden Euro. Dabei erwirtschafteten erstmals seit der Wiedervereinigung alle staatlichen Ebenen einen Überschuss.

Insgesamt fiel das Ergebnis damit deutlich besser aus als angenommen: Zunächst war nur von einem Plus von rund zwölf Milliarden Euro die Rede. In den beiden Vorjahren hatte der Staat jeweils ein Mini-Plus von 0,1 Prozent erzielt, 2011 ein Defizit von 0,9 Prozent. Im vergangenen Jahr belief sich der Überschuss auf 0,6 Prozent.

Bund mit fast zwölf Milliarden Euro Überschuss

Der Maastricht-Vertrag erlaubt den Europäern, dass die jährlichen Ausgaben der öffentlichen Hand die Einnahmen maximal um drei Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung eines Landes übersteigen dürfen. Diese Marke hatte der deutsche Staat zuletzt 2010 mit minus 4,1 Prozent gerissen. Dagegen hatten im Jahr 2000 hohe Einmalerlöse aus dem Verkauf der UMTS-Mobilfunklizenzen den Überschuss verzerrt.

Diesmal sorgte die gute Konjunktur mit Rekordbeschäftigung und steigenden Löhnen für das positive Ergebnis: Sie spülte höhere Steuereinnahmen und Sozialbeiträge in die Staatskassen. Davon profitierte insbesondere der Bund, der mit 11,4 Milliarden Euro den größten Überschuss schaffte. 2013 hatte noch ein Defizit von 4,5 Milliarden Euro zu Buche geschlagen. "Auch die Länder setzten den eingeschlagenen Konsolidierungsweg fort", erklärten die Statistiker. Sie kamen auf ein Plus von 1,9 Milliarden Euro, das der Gemeinden lag bei 1,3 Milliarden Euro. Die Sozialversicherung meldete ein positives Ergebnis von 3,4 Milliarden Euro.  Insgesamt standen Einnahmen in Höhe von 1293,8 Milliarden Euro Ausgaben von 1.275,8 Milliarden Euro gegenüber.

Wie schon Mitte Januar bekannt wurde, hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble dank sprudelnder Steuereinnahmen und niedriger Zinsen die schwarze Null im Bundeshaushalt schon 2014 und damit ein Jahr früher erreicht als geplant. Es war der erste schuldenfreie Haushalt seit 45 Jahren.

EU erwartet zwei weitere Jahre mit Überschüssen

Die EU-Kommission geht davon aus, dass Deutschland sowohl im laufenden als auch im kommenden Jahr schwarze Zahlen schreibt. Sie rechnet mit einem Überschuss von jeweils 0,2 Prozent. Der Start ins neue Jahr lief für den Fiskus vielversprechend: Im Januar flossen 43,2 Milliarden Euro in die Kassen von Bund und Länder - das sind 4,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Im Abschlussquartal sorgte die Inlandskonjunktur für den meisten Wirtschaftsschwung. Die Verbraucher steigerten ihren Konsum um 0,8 Prozent und die Firmen investierten 0,4 Prozent mehr in Maschinen und Anlagen. Auch die Bauinvestitionen zogen mit 2,1 Prozent spürbar an. Für Impulse sorgte aber auch der Außenhandel. Denn die Exporte wuchsen mit 1,3 Prozent schneller als die Importe mit 1,0 Prozent und kurbelten somit die Wirtschaft an.

Die Bundesregierung erwartet in diesem Jahr ein Plus von 1,5 Prozent. Dazu soll vor allem der private Konsum beitragen, der von hoher Beschäftigung, steigenden Löhnen und sinkenden Energiepreisen befeuert wird.

Quelle: n-tv.de

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