Wirtschaft
Rauer Ton: Verdi-Chef Frank Bsirske fordert sieben Prozent für den öffentlichen Dienst.
Rauer Ton: Verdi-Chef Frank Bsirske fordert sieben Prozent für den öffentlichen Dienst.(Foto: REUTERS)

"Es wird registriert werden": Verdi baut vor Tarifrunde Drohkulisse auf

In der kommenden Woche beginnen die Tarifverhandlungen für rund zwei Millionen beschäftigte von Bund und Kommunen. Verdi fordert ein schnelles Angebot der Arbeitgeber. Ziel ist eine spürbare Reallohnerhöhung.

In der Tarifrunde für die knapp zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen kommen von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi noch vor Verhandlungsbeginn die ersten Drohungen. Er habe die Erwartung an die Arbeitgeber, dass sie bereits zum Auftakt am kommenden Donnerstag ein Angebot vorlegten, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske. "Ob sie das tun oder nicht, wird dann sicherlich auch registriert werden in den Betrieben", fügte er auf die Frage nach Warnstreiks hinzu. Er rechne nicht mit einfachen Verhandlungen.

Verdi fordert für die rund 2,1 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen Gehaltssteigerungen von rund sieben Prozent. Dazu sollen die Gehälter pauschal um 100 Euro und darüber hinaus um 3,5 Prozent steigen. Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr sollen zusätzlich eine Steigerung um 70 Euro erhalten, wodurch deren Gehaltsplus sogar gut zehn Prozent betragen würde. Die Arbeitgeber in Bund und Kommunen haben die Forderungen als überzogen kritisiert.

"Bin zuversichtlich"

Nach dem Auftakt der Verhandlungen kommende Woche in Potsdam sind weitere Runden für den 20./21. März sowie für den 31. März/1. April angesetzt.

"Wir wollen eine spürbare Reallohnerhöhung durchsetzen. Ich bin zuversichtlich, dass uns das auch gelingt", sagte Bsirske. Die Forderungen verteidigte er damit, dass ein starker Aufschwung erwartet werde. Zudem sei seit Monaten von sprudelnden Steuerreinnahmen die Rede. Auch wegen der deutschen Exportüberschüsse, die für Unmut in Europa sorgten, sei eine Stärkung des Binnenmarktes sinnvoll.

Bsirske sagte, die Reaktionen der Arbeitgeberseite seien im Prinzip zu erwarten gewesen. Unverständlich sei aber, dass Innenminister Thomas de Maiziere als Verhandlungsführer des Bundes die Vorstellungen der Gewerkschaften als maßlos bezeichnet habe. "Der Bundestagsabgeordnete de Maiziere hat es nun gerade nötig" sagte er mit Blick auf die jüngste Diätenerhöhung im Bundestag.

Quelle: n-tv.de

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