Wirtschaft
"Das ist für die Beschäftigten unzumutbar": Benko will den Gürtel bei Karstadt enger schnallen.
"Das ist für die Beschäftigten unzumutbar": Benko will den Gürtel bei Karstadt enger schnallen.(Foto: dpa)

Verhandlungen bei Karstadt: Verdi lehnt Benko-Pläne ab

Der neue Eigentümer stößt auf Widerstand: Nach der Übernahme der Kaufhauskette Karstadt suchen Arbeitgeber und Gewerkschaft nach einer einvernehmlichen Lösung. Gerüchten zufolge fordert Benko neue Einsparungen.

Die erste Runde der Karstadt-Tarifgespräche nach der Übernahme durch den Investor René Benko ist gelaufen: Dabei verwies die Gewerkschaft Verdi Forderungen nach einer weiteren Verschärfung des Sparkurses zurück.

Die Arbeitgeberseite stellte dabei nach Angaben von Verdi ihre Sanierungspläne vor und deutete zugleich neue Einschnitte für die Mitarbeiter an. Die vom Unternehmen vorgelegten Pläne seien für die Beschäftigten unzumutbar, sagte Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes nach Ende der Sitzung. Die Arbeitgeber hätten unter anderem einen weiteren Verzicht auf Tariferhöhungen in den kommenden Jahren gefordert.

Die Benko-Pläne erschöpften sich bisher "fast ausschließlich in weiteren Kosteneinsparungen", kritisierte Verdi. Zudem hätten die Vertreter des Unternehmers das Weihnachts- und das Urlaubsgeld auf den Prüfstand gestellt und eine Verlängerung der tariflichen Regelarbeitszeit verlangt.

"Das ist für die Beschäftigten unzumutbar", kritisierte der Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes. Die Tarifkommission beharre auf einer Standort- und Beschäftigungssicherung und einer Rückkehr in die Tarifbindung.

"Wohin die Reise gehen soll"

Peukes kritisierte zudem, dass "ein tragfähiges Zukunftskonzept, das klar macht, wohin die Reise bei Karstadt gehen soll", immer noch fehle. Ein erster Erfolg sei aber, dass die Arbeitgeberseite die Auszahlung des Weihnachtsgeldes 2014 für die Beschäftigten der Karstadt-Warenhäuser, von Karstadt Sport und der KaDeWe-Group rechtsverbindlich zugesichert habe. Dies sei "ein wichtiges Zeichen", auch wenn für die Tarifkommission und den Gesamtbetriebsrat von Karstadt noch viel Arbeit bevorstehe.

Benko hatte die Kaufhauskette im August für einen symbolischen Euro von Nicolas Berggruen übernommen. Unter Berggruen hatte die angeschlagene Warenhauskette eine "Tarifpause" verkündet. Die bundesweit rund 17.000 Karstadt-Beschäftigten sollten auf Lohnsteigerungen aus der Tarifrunde für die Einzelhandelsbranche verzichten. Die Pause soll aus Sicht von Verdi nun beendet werden. Die Gespräche sollen am 21. Oktober fortgesetzt werden. Karstadt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Quelle: n-tv.de

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