Wirtschaft
Manager des Fahrdienstes Uber sollen sich die Medizinakten einer Frau besorgt und ihre Vergewaltigung angezweifelt haben.
Manager des Fahrdienstes Uber sollen sich die Medizinakten einer Frau besorgt und ihre Vergewaltigung angezweifelt haben.(Foto: AP)

Medizinakten illegal beschafft?: Vergewaltigungsopfer verklagt Uber

Bereits 2014 wird eine Frau von einem Uber-Fahrer vergewaltigt. Der wird daraufhin verurteilt - doch nun verklagt die US-Amerikanerin auch den Fahrdienst-Vermittler. Manager des Unternehmens sollen sich ihre Krankenakte besorgt haben.

Die von einem Uber-Fahrer in Neu-Delhi 2014 vergewaltigte US-Amerikanerin zieht erneut gegen den Fahrdienst-Vermittler vor Gericht. Die Frau klagt wegen Verleumdung und Verletzung der Privatsphäre. Die Klage in Kalifornien folgt auf die Enthüllung, dass Manager von Uber sich illegal die Unterlagen zu ihrer medizinischen Untersuchung nach der Vergewaltigung beschafft haben sollen.

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Damit sollen sie der Theorie nachgegangen sein, dass der lokale Rivale Ola gemeinsam mit der Frau unter einer Decke gesteckt habe. Der Skandal um das Verbrechen könnte angeheizt worden sein, mutmaßte Uber, wie unter anderem der Finanzdienst Bloomberg berichtete. Nach der Vergewaltigung war der Betrieb von Fahrdiensten in Indien zeitweise ausgesetzt worden.

Manager zweifelten offenbar an Vergewaltigung

Die Vorgehensweise des Uber-Managements im dem Fall war vor Kurzem im Zuge der Untersuchung zu Vorwürfen von Sexismus und Diskriminierung bei dem Fahrdienst-Vermittler in die Schlagzeilen gekommen. Der für Asien zuständigen Manager Eric Alexander, der die medizinischen Unterlagen besorgt haben soll, und sein Vorgesetzter Emil Michael arbeiten inzwischen nicht mehr bei Uber.

Das Opfer verklagte neben Uber auch die beiden sowie Firmenchef Travis Kalanick persönlich. Sie sollen die Vergewaltigung "doppelzüngig" in der Öffentlichkeit verurteilt und Medienberichten zufolge zugleich in Gesprächen auch angezweifelt haben, ob die Frau überhaupt vergewaltigt worden sei. Der Vergewaltiger war bereits 2015 in Indien verurteilt worden.

Weitere Vorwürfe wegen Diskriminierung und Belästigung

Eine erste Klage der Frau gegen Uber wegen des Übergriffs wurde mit einem Vergleich beigelegt, nach Bloomberg-Informationen mit einer Zahlung von drei Millionen Dollar. Uber hatte diese Woche Schritte für eine bessere Unternehmensführung und mehr Transparenz angekündigt, Kalanick nahm eine unbefristete Auszeit. Er solle einen Teil seiner Vollmachten an andere Manager abgeben.

Uber steckt wegen seiner umstrittenen Unternehmenskultur und mutmaßlicher Tricksereien seit Monaten in der Krise. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass Uber nach mehr als 200 internen Beschwerden 20 Mitarbeiter gefeuert hatte. Die Vorwürfe reichten von Diskriminierung und Schikane bis zur sexuellen Belästigung.

Uber war 2009 gegründet worden. Mittlerweile ist es weltweit das wertvollste Startup mit Beteiligungskapital, sein Wert wird auf rund 68 Milliarden Dollar (60,7 Milliarden Euro) taxiert.

Quelle: n-tv.de

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