Wirtschaft
Abgesackte Gleise bei Rastatt.
Abgesackte Gleise bei Rastatt.(Foto: dpa)
Dienstag, 22. August 2017

Probleme auf der Rheintalbahn: Verkehrsclub wirft Bahn Planungschaos vor

Seit mehr als einer Woche ist die Strecke der Rheintalbahn unterbrochen. Grund ist eine durch Wasser und Erdreich blockierte Tunnelröhre bei Rastatt, die die Gleise absacken ließ. Die Deutsche Bahn steht heftig in der Kritik.

Angesichts der Probleme auf der Rheintalbahn und der anhaltenden Sperrung der betroffenen Strecke wirft der Verkehrsclub Deutschland (VCD) der Deutschen Bahn schlechte Planung vor. "Wenn man da so eine große Baustelle hat, dann wäre es selbstverständlich, einen doppelten Boden zu planen", sagte der Bundesvorsitzende Wasilis von Rauch im SWR.

"Das heißt: Im Falle eines Unfalls, wie jetzt geschehen, sollte es einen Plan geben, wie man mit der Situation umgehen kann. Und der liegt offensichtlich nicht vor." Alternativstrecken seien nicht rechtzeitig ausgebaut worden, monierte von Rauch.

Am 12. August waren Wasser und Erdreich in eine Tunnelröhre nur knapp fünf Meter unterhalb der Bahntrasse bei Rastatt eingedrungen, die Gleise sackten ab. Seitdem steht der Verkehr zwischen Rastatt und Baden-Baden still. Einen Termin für die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs gibt es noch nicht.

Der beschädigte Tunnelabschnitt unter der abgesackten Rheintalbahn soll nach Bahn-Angaben bis Freitag auf 150 Metern Länge mit Beton gefüllt sein. Anschließend sollen die Gleise wiederhergestellt werden. Am Wochenende hatte das Unternehmen mitgeteilt, die Ursachenforschung für den Schaden beim Bohren des Tunnels könne länger dauern.

Mehr Güterverkehr auf dem Rhein

Derweil wächst wegen der Bahnsperrung bei Rastatt der Güterverkehr auf dem Rhein. Die Sperrung im wichtigsten europäischen Güterverkehrskorridors von Rotterdam über Basel nach Genua in Italien haben die Nachfrage nach Kapazitäten in den Rheinhäfen im schweizerischen Basel erhöht, sagte der Sprecher der Schweizerischen Rheinhäfen, Simon Oberbeck.

Die Be- und Entlader Contargo und Swissterminal hätten bereits auf 24-Stunden-Betrieb umgestellt, sagte der Geschäftsführer des Verbandes Vereinigung für Schifffahrt und Hafenwirtschaft, André Auderset, der Deutschen Presse Agentur.

Quelle: n-tv.de

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