Wirtschaft
Spaniens Banken schreiben weiter große Verluste.
Spaniens Banken schreiben weiter große Verluste.(Foto: picture alliance / dpa)

Madrids Finanzsektor bleibt krank: Verluste bei Spanien-Banken

Das Krebsgeschwür im spanischen Bankensektor wuchert weiter: Die Finanzinstitute sitzen auf einem Haufen fauler Kredite und bekommen die geplatzte Immobilienblase nicht in den Griff. Selbst kleine verstaatlichte Banken machen im vergangenen Jahr Milliardenverluste. Für eine mittelgroße Bank soll es nun eine Rettung geben.

Wegen der Immobilienkrise in Spanien haben allein drei kleine verstaatlichte Banken Verluste in Milliardenhöhe geschrieben. Bei der im Norden des Landes beheimateten Banco Ceiss betrug der Verlust im vergangenen Jahr 2,5 Mrd. Euro, wie das Institut mitteilte. Bei BMN waren es 2,4 Mrd. Euro und bei Caja 3 eine Milliarde Euro.

Spanien leidet noch immer unter der Immobilienblase, die im Jahr 2008 abrupt platzte. Seitdem sitzen die Banken auf einem Haufen fauler Kredite für Bauprojekte, die niemals fertiggestellt werden dürften. Spanien hat deshalb von seinen europäischen Partnern 41 Mrd. Euro zur Sanierung des Bankensektors erhalten.

Eine mittelgroße spanische Bank klammert sich nun an eine neue Hoffnung: Die mit europäischen Hilfen gestützte Liberbank soll im Frühjahr an die Börse gehen. Die Papiere werden erstmals am 16. Mai gehandelt. Unklar war zunächst der Ausgabepreis. Der Bankensanierungsfonds Frob hatte erklärt, das Institut sei 1,1 Mrd. Euro wert. Das würde 1,10 Euro je Anteilsschein entsprechen.

Die Liberbank leidet wie viele Konkurrenten unter der geplatzten Immobilienblase und wurde deswegen verstaatlicht. Der Börsengang war eine Bedingung für die europäischen Hilfen, die sich auf 124 Mio. Euro belaufen. Er dürfte mit Spannung verfolgt werden, weil die spanische Bankenbranche wegen der Krise gerade umgebaut wird.

Quelle: n-tv.de

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