Wirtschaft
Sturmwolken über der Skyline von Manhattan.
Sturmwolken über der Skyline von Manhattan.(Foto: REUTERS)

Risiken in zweistelliger Milliardenhöhe: Versicherer fürchten "Sandy"

Der Wirbelsturm "Sandy" könnte für die Versicherer teuer werden. Mittlerweile halten Risikoabschätzer Versicherungsschäden in Höhe von zehn Milliarden Dollar für möglich. Analysten an der Wall Street hatten lediglich mit der Hälfte gerechnet. Einen zweistelligen Milliardenbetrag dürften auch die internationalen Versicherer in ihren Kassen spüren.

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Der Wirbelsturm "Sandy" dürfte für die Versicherungsindustrie nach Experten-Einschätzung zu relativ hohen, aber bewältigbaren Kosten führen. Die auf Risikoabschätzung spezialisierte Firma Eqecat teilte am Vortag mit, sie rechne mit versicherten Verlusten von fünf bis zehn Mrd. Dollar. Die wirtschaftlichen Schäden dürften sich auf zehn bis 20 Mrd. Dollar belaufen. Damit würde "Sandy" für die Versicherer zu einem der schwersten Wirbelstürme werden. Zum Vergleich: Der Hurrikan "Irene" im vergangenen Jahr hatte versicherte Verluste von 4,3 Mrd. Dollar und nach Eqecat-Angaben wirtschaftliche Schäden von etwa 10,0 Mrd. Dollar zur Folge.

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Bislang gingen die meisten Analysten an der Wall Street in Fall von "Sandy" von versicherten Verlusten von rund fünf Milliarden Dollar aus - Einbußen, die ihrer Ansicht nach die Branche leicht wegstecken könnte. Einbußen in Höhe von etwa zehn Milliarden Dollar würden dann allerdings auch die international tätigen Rückversicherungskonzerne treffen, sagte Analyst Gregory Locraft von Morgan Stanley.

Bisher war es für die Versicherungsindustrie ein vergleichsweise schadenarmes Jahr. Die Münchner Rück hatte die Verluste durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr branchenweit auf zwölf Milliarden Dollar geschätzt. Analyst Meyer Shields von Stifel Nicolaus verwies darauf, dass es dann im dritten Quartal ungewöhnlich wenige Katastrophen-Schäden gab. Im vergangenen Jahr hatten sich die Einbußen weltweit noch auf 100 Mrd. Dollar summiert.

Eine Eqecat-Sprecherin ergänzte, die Schätzung werde womöglich noch in dieser Woche aktualisiert, wenn die tatsächlichen Auswirkungen von "Sandy" abzusehen seien. Generell muss unterschieden werden zwischen den Verlusten durch Hochwasser und den Verlusten durch den Sturm selbst, denn die Flutschäden werden hauptsächlich vom nationalen Hochwasser-Versicherungsprogramm abgedeckt und nicht vom privaten Sektor, wie ein Versicherungsexperte erklärte.

Swiss Re zurückgestuft

Als erste Reaktion stuften die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) derweil die Aktie der Swiss Re von bisher "Übergewichten" auf "Marktgewichten" zurück.  Die Rückstufung erfolge vor dem Hintergrund, dass sich der Wirbelsturm Sandy zu einer breitflächigen Bedrohung für die dicht besiedelte amerikanische Ostküste entwickelt habe, die eine hohe Wertkonzentration aufweise, so die ZKB.

Das Auge des Zyklons "Sandy" war in er Nacht im Bundesstaat New Jersey nahe der Spielermetropole Atlantic City an Land gegangen. Dann wirbelte der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometern pro Stunde an der US-Ostküste entlang. Mindestens fünf Menschen - darunter zwei Kinder - kamen ersten Medienberichten zufolge ums Leben. Es kam zu katastrophenartigen Zuständen mit sintflutartigen Regenfällen und Überflutungen.

Wetterexperten befürchteten, dass "Sandy" im Nordosten auf einen Wintersturm treffen könnte. Diese Kombination könnte zum schwersten Unwetter seit Jahrzehnten führen

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Quelle: n-tv.de

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