Wirtschaft
Unter anderem der Absturz von Flut 4U9525 hat HDI Global veranlasst das Geschäft mit Fluglinien "neu zu bewerten".
Unter anderem der Absturz von Flut 4U9525 hat HDI Global veranlasst das Geschäft mit Fluglinien "neu zu bewerten".(Foto: REUTERS)

Folge aus Germanwings-Absturz: Versicherer gibt Airline-Geschäft auf

Die Luftfahrt wird zwar immer sicherer. Doch Katastrophen wie der Germanwings-Absturz im vergangenen Jahr waren zuletzt besonders teuer für die Versicherer. Ein Anbieter, der sowohl Germanwings als auch Malaysia Airlines versicherte, zieht sich nun zurück.

Der Versicherer HDI Global verabschiedet sich einem Zeitungsbericht zufolge aus dem Erstversicherungsgeschäft für Fluggesellschaften. "Wir haben beschlossen, keinen Versicherungsschutz für kommerzielle Airlines anzubieten", sagte HDI-Global-Chef Christian Hinsch dem "Handelsblatt". Aufgrund der Ereignisse in den vergangenen Jahren habe man das Geschäft "neu bewertet", erklärte er.

Die Neubewertung betraf allerdings nur das Versicherungsangebot für Fluggesellschaften. In den übrigen Bereichen der Luftfahrt wie etwa Privat- und Geschäftsflugzeuge, Hobby-Fliegerei, Flughäfen, Flugzeughersteller ist die HDI Global weiterhin als Industrieversicherer aktiv.

Die Entscheidung gegen das spezielle Segment der Airline-Versicherungen folgt einem generellen Trend: Seit gut zehn Jahren sinken die Preise für Versicherungsschutz für Airlines, wie das Blatt schreibt. Ein Grund sei die Vielzahl der Anbieter auf dem Markt. Zudem sei die Rechnung vieler Versicherer in den vergangenen Jahren nicht aufgegangen, die Höhe der Auszahlungen der Branche habe über dem gelegen, was zuvor eingenommen worden sei.

Zwar habe sich die Sicherheit der Fluggesellschaften deutlich verbessert und die Zahl der Abstürze sei deutlich zurückgegangen. Doch wenn es zu einem Absturz kam, war dieser besonders schlimm. Bei den Crashs der Malaysia-Maschine MH370 im Frühjahr 2014, des Malaysia-Flugs MH17 im Juli 2014 und der Germanwings-Maschine 9525 im vergangenen März kamen insgesamt fast 700 Menschen ums Leben. Auch die zum Talanx-Konzern gehörende HDI Global (früher HDI-Gerling) zählte zu dem Konsortium an Gesellschaften, die Germanwings und Malaysia Air versichert hatten.

Der nun angekündigte Rückzug aus der Versicherung von Fluggesellschaften gelte nur für die Erstversicherung bei Talanx, hieß es, und nicht für das Rückversicherungsgeschäft, das über die Tochter Hannover Re abgewickelt werde.

Quelle: n-tv.de

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