Wirtschaft
Versicherer Ergo hat bereits in 35.000 Fällen Bescheide korrigieren müssen.
Versicherer Ergo hat bereits in 35.000 Fällen Bescheide korrigieren müssen.(Foto: dpa)
Donnerstag, 23. Juli 2015

Ergo irrt: Versicherer verrechnet sich massenhaft

Dicke Panne bei Ergo: Der Versicherer gibt Rechenfehler in Hunderttausenden Fällen zu. Sogar fünfstellige Beträge sollen falsch gewesen sein. Was bedeutet das für die Kunden?

Der Versicherer Ergo hat sich bei Hunderttausenden Lebensversicherungskunden bei der Ermittlung von Erträgen und Gutschriften verrechnet. Bisher habe das Unternehmen in 35.000 Fällen Bescheide korrigiert, sagte eine Sprecherin. Wie viele Kunden insgesamt betroffen seien, könne Ergo noch nicht mitteilen. Die Aufarbeitung dauere an.

Bei den meisten bisher abgearbeiteten Fällen gehe es um "Cent-Beträge bis dreistellige Summen", sagte die Ergo-Sprecherin. Doch gebe es auch "einige wenige Fälle", in denen es sich um fünfstellige Summen handele. Dabei verrechnete sich die Versicherung nach eigenen Angaben nicht nur zuungunsten ihrer Kunden. In vielen Fällen habe sie auch zu viel ausgezahlt oder überhöhte Summen gutgeschrieben.

Ein Beispiel: Ein Fehler bei der Berechnung von Riester-Verträgen betraf in den Jahren 2006 und 2007 insgesamt 203.000 Versicherungskunden. Dabei habe Ergo einerseits zwei Millionen Euro zu wenig ausgezahlt, andererseits aber auch acht Millionen Euro zu viel, sagte die Sprecherin. Inzwischen habe die Versicherung den geschädigten Kunden die fehlenden zwei Millionen Euro gutgeschrieben. "Die acht Millionen Euro haben wir nicht zurückgefordert", fügte sie hinzu.

Fehler in Computerprogrammen

Ursache des Problems sind nach Ergo-Angaben Fehler in den Computerprogrammen, mit denen die Erträge berechnet wurden. Die Zahl der insgesamt bei dem Versicherer abgeschlossenen Lebensversicherungsverträge liege bei rund sieben Millionen.

Für den Düsseldorfer Versicherer ist es nicht das erste Mal, dass er Negativschlagzeilen macht. Bereits 2011 hatte eine Sexreise für besonders erfolgreiche Versicherungsvertreter nach Budapest für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Kurz danach hatte das Unternehmen außerdem fehlerhafte Konditionen bei zahlreichen Riester-Kunden korrigieren müssen.

Quelle: n-tv.de

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