Wirtschaft
Verhaftet: Giuseppe Orsi
Verhaftet: Giuseppe Orsi(Foto: dpa)

Skandal bei Finmeccanica: Verwaltungsrat kommt zusammen

Beim italienischen Rüstungskonzern Finmeccanica herrscht nach der Verhaftung von Vorstandschef Orsi Aufregung. Heute Abend tagt außerplanmäßig der Verwaltungsrat. Die Ratingagentur Fitch prüft eine Herabstufung des Konzerns.

Nach der Verhaftung von Finmeccanica-Chef Giuseppe Orsi will der Verwaltungsrat des italienischen Rüstungskonzerns heute zusammenkommen. Bei dem Treffen solle es darum gehen, die Auswirkungen der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft auf die laufenden Geschäfte zu begrenzen, teilte das Unternehmen mit. Die Versammlung sei für 18 Uhr MEZ anberaumt worden.

Die Polizei hatte Orsi am Dienstag wegen des Verdachts auf Bestechung beim Verkauf von Helikoptern der Finmeccanica-Tochter AgustaWestland an die indische Regierung verhaftet. Ministerpräsident Mario Monti kündigte an, die Regierung werde sich umgehend mit den Führungsproblemen bei Finmeccanica auseinandersetzen. Der Konzern, der mit rund 70.000 Mitarbeitern nach Fiat zweitgrößter Arbeitgeber im Land ist, gehört zu etwa 30 Prozent dem italienischen Staat.

Neben dem jüngsten Skandal kämpft Finmeccanica mit weitreichenden wirtschaftlichen Problemen und befindet sich mitten in einem umfassenden Konzernumbau. Ein weiterer Imageverlust könnte das Unternehmen teuer zu stehen kommen. Der Konzern mit einem Jahresumsatz von zuletzt rund 17 Milliarden Euro sitzt auf einem Schuldenberg von fast fünf Milliarden Euro.

Die Ratingagentur Fitch kündigte an, nach der Verhaftung die langfristige Bewertung von BBB- auf eine mögliche Herabstufung überprüfen zu wollen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen