Wirtschaft
Bei Thomas Middelhoff sollten Medienberichten zufolge auch bereits fast sieben Millionen Euro gepfändet werden. Das Geld fordert seine ehemaliger Geschäftspartner Roland Berger.
Bei Thomas Middelhoff sollten Medienberichten zufolge auch bereits fast sieben Millionen Euro gepfändet werden. Das Geld fordert seine ehemaliger Geschäftspartner Roland Berger.(Foto: picture alliance / dpa)

Haftbefehl vom Tisch oder nicht? : Verwirrspiel um Middelhoff

Wie es im Fall Thomas Middelhoff weitergeht, ist ungewiss. Die Angaben dazu, ob es einen rechtskräftigen Haftbefehl gibt, um den ehemaligen Arcandor-Chef zur Offenlegung seiner Vermögensverhältnisse zu zwingen, sind widersprüchlich.

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Nach einem Medienbericht über einen drohenden Haftbefehl gegen den früheren Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor, Thomas Middelhoff, bleibt die Situation des Managers ungewiss. Middelhoffs Anwalt Winfried Holtermöller und der Sprecher des Insolvenzverwalter, Thomas Schulz, machten im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa widersprüchliche Angaben zum Stand des Streits um Zahlungsforderungen. Möglicherweise wird Middelhoff unter Einsatz aller Rechtsmittel zur Kasse gebeten.

Denn während sein Anwalt berichtete, zwischen den Streitparteien sei inzwischen eine Einigung erzielt worden und ein Haftbefehl kein Thema mehr, widersprach der Sprecher des Arcandor-Insolvenzverwalters dieser Darstellung. In der Sache geht es um ein Urteil von September vergangenen Jahres, als das Essener Landgericht Middelhoff in einem Zivilverfahren dazu verurteilt hat, rund 3,4 Millionen Euro an den Insolvenzverwalter zu zahlen. Anlass waren vor allem Bonuszahlungen, die Middelhoff nach Auffassung der Richter zu Unrecht erhalten hat.

Nach einem Bericht des "Spiegel" vom Vortag hat eine Gerichtsvollzieherin vor diesem Hintergrund einen Haftbefehl gegen Middelhoff beantragt, um den Manager so zur Offenlegung seiner Vermögensverhältnisse zu zwingen. Noch ist das Urteil allerdings nicht rechtskräftig, da beide Seiten Revision eingelegt haben. Geld muss deshalb nicht fließen, eine belastbare Zahlungszusage für den Fall einer rechtskräftigen Verurteilung würde bereits reichen.

Holtermüller hatte am Vortag versucht, die Wogen zu glätten, indem er berichtete, Middelhoffs Managerversicherung habe bereits eine Einigung mit dem Insolvenzverwalter erzielt und eine Zahlungsgarantie abgegeben. Es sei daraufhin zugesagt worden, die erteilten Vollstreckungsaufträge zurückzunehmen. Der Sprecher des Insolvenzverwalters widersprach dieser Darstellung allerdings. Er erklärte, die Versicherung habe noch keine belastbare Zusage abgegeben. Die von Holtermüller zitierten Passagen stammten aus Entwürfen, wie eine Vereinbarung zwischen den Streitparteien aussehen könnte.

Quelle: n-tv.de

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