Wirtschaft

Ohne private Mittel geht nichts: Viel Geld für Infrastruktur nötig

Elf Billionen US-Dollar - diese Summe ist nach Expertenangaben nötig, um bis 2030 Flughäfen, Häfen und Bahnen an die explodierende globale Mobilität anzupassen. Woher das Geld kommen soll, darüber diskutiert das Weltverkehrsforum in Leipzig.

Die Öresundbrücke verbindet Dänemark und Schweden.
Die Öresundbrücke verbindet Dänemark und Schweden.(Foto: picture alliance / dpa)

Öffentliche Verkehrsprojekte können nach Expertenmeinung weltweit künftig nur noch realisiert werden, wenn privates Geld ins Boot geholt wird. Die öffentlichen Kassen seien leer, doch im Zuge der Globalisierung explodiere die Mobilität, sagte der Generalsekretär des Weltverkehrsforums, José Viegas. Über Modelle für die Infrastrukturfinanzierung der Zukunft diskutieren derzeit Teilnehmer aus 50 Ländern beim Weltverkehrsforum in Leipzig.

Die Denkfabrik bringt einmal im Jahr Wissenschaftler, Wirtschaftskapitäne und Politiker zur Diskussion über Zukunftsfragen von Transport und Verkehr zusammen. Das diesjährige Thema "Funding Transport" sei gewählt worden, um die Dimension der künftigen Herausforderungen deutlich zu machen, sagte Viegas.

"Es scheint, dass zu viele Leute in der Politik denken, es braucht nur etwas mehr Geld, aber das ist nicht so", sagte Viegas. Nach seinen Angaben wird sich der Passagierverkehr in der Luft bis 2030 verdoppeln, der Umfang der Luftfracht verdreifacht sich und der weltweite Containerumschlag wird sich bis 2030 vervierfachen. Allein für den Ausbau von Flughäfen, Häfen und Bahnlinien würden bis dahin nach Schätzungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) elf Billionen US-Dollar gebraucht.

Unterschiedliche Ausgangspositionen

Die Entwicklungs- und die Industrieländer stünden vor einem Wendepunkt. Bei den Entwicklungsländern gehe es um den massiven Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. In den Industrieländern hingegen gehe es um die grüne Entwicklung der Mobilität mit völlig neuer Infrastruktur. "Die neuen Systeme werden auch gut funktionieren, aber sie erfordern riesige Investitionen", sagte Viegas.

"Wir sind in einer Zeit, in der öffentliche Mittel nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen, aber es gibt privates Geld", betonte er. Privates Geld wolle indessen bestimmte Rahmenbedingungen. Die Umsetzung von Verkehrsprojekte dauere lange und die Margen seien vergleichsweise niedrig. Für private Geldgeber müsse es attraktiv sein, in öffentliche Infrastruktur zu investieren.

Es müsse auch die Frage beantwortet werden, wie die Kosten fair und transparent verteilt werden könnten. Anliegen des internationalen Treffens sei es vor allem, Erfahrungen auszutauschen, etwa beim Thema öffentlicher und privater Partnerschaften (Public Private Partnership), und Entscheidungshilfen für die Politik zu liefern. Das Weltverkehrsforum ist bei der Internationalen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) angesiedelt und Nachfolgeveranstaltung für die frühere Verkehrsministerkonferenz.

Quelle: n-tv.de

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