Montag, 28. Juni 2010
Europa-Studie zu faulen Krediten: Risiko bei deutschen Banken
In den Bilanzen deutscher Bank schlummern europaweit die höchsten Ausfallrisiken bei faulen Krediten. Die Problemkredite summieren sich Ende 2009 auf 213 Mrd. Euro. Damit hat sich das Volumen binnen eines Jahres verdoppelt.
Dunkle Wolken über der Skyline von Frankfurt: bei deutschen Banken hat sich das Volumen der Problemkredite binnen eines Jahres verdoppelt.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Deutsche Banken haben einer Studie zufolge deutlich mehr faule Kredite in ihren Büchern als Institute anderer Staaten Europas. Insgesamt summierten sich die problematischen Darlehen hiesiger Institute Ende 2009 auf fast 213 Mrd. Euro, wie aus einer veröffentlichten Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC) hervorgeht.
Probleme in Großbritannien und Spanien
Auf Platz zwei und drei der Studie finden sich die britischen und spanischen Banken wieder. Britische Banken kamen bei Problemkrediten auf ein Volumen von gut 155 Mrd. Euro, in Spanien waren es knapp 97 Mrd. und in Italien 59 Mrd. Euro.
Zu den Problemkrediten zählen Darlehen, deren Schuldner ihre Zins- und Tilgungsleistungen nicht mehr erbringen können oder bei denen in absehbarer Zeit ein Zahlungsausfall droht. Im Verlauf der Wirtschafts- und Finanzkrise nahm das Volumen fauler Kredite in allen untersuchten Staaten deutlich zu. In Deutschland hat sich das Volumen seit Ende 2008 verdoppelt.
Eigenkapitalquoten erfüllt
Die von den Regulierungsbehörden geforderten Eigenkapitalquoten können deutsche Institute trotz der Problemkredite erfüllen - zum Teil dank staatlicher Unterstützung. Das wertete PwC auch als einen Grund dafür, dass es in Deutschland bislang noch keine nennenswerten Verkäufe fauler Kredite gegeben habe.
Der Handel mit Problemkrediten ("Non-Performing Loans") in Europa sei auch noch nicht in Schwung gekommen, erklärte PwC-Experte Jens Rönnberg. "Zwar stehen mögliche Käufer für die Kreditportfolios in den Startlöchern, doch liegen die Preisvorstellungen offenbar noch zu weit auseinander." Rönnberg erwartet, dass der Markt in der zweiten Jahreshälfte anziehen wird.
dpa
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