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(Foto: picture alliance / dpa)

Deutsche Post leert weniger: Viele Briefkästen bleiben sonntags einsam

Kaum noch jemand verschickt an Sonntagen Briefe. Daher zieht die Deutsche Post nun Konsequenzen. Auf dem Dorf ist die Sonntagsleerung bald Geschichte.

Die Deutsche Post schränkt die Leerung von Briefkästen an Sonntagen ein. Von rund 11.000 Briefkästen, die bundesweit derzeit sonntags geleert würden, sollen künftig nur noch 2000 angefahren werden, sagte ein Post-Sprecher. Treffen wird es vor allem ländliche Regionen.

Grund für die Änderung ist demnach, dass immer weniger Bürger sonntags Briefe verschicken. Die Post spare dadurch zudem Kosten; das Geld wolle sie an anderer Stelle wieder investieren, ergänzte der Sprecher. So wolle der Konzern etwa weiter in den boomenden Paketlieferservice und die Modernisierung der Briefinfrastruktur Geld stecken.

"Die Sonntagsbriefkästen haben für den Großteil unserer Kunden keine Bedeutung mehr, was wir auch an der Zahl der sonntags eingeworfenen Sendungen ablesen können. Mit den Einsparungen vermeiden wir Sonntagsarbeit und können das gesparte Geld in den Ausbau unserer Postverteilzentren stecken", sagte Ralph Wiegand, der Chef des deutschen Briefgeschäftes der Post, der "Rheinischen Post".

2000 Sonntagsbriefkästen bleiben

Die Änderungen treten ab Februar schrittweise in Kraft, wie der Sprecher sagte. Am meisten ändert sich für Menschen in ländlichen Regionen: Die Anfahrten zu den Briefkästen auf dem Land nehmen besonders viel Zeit in Anspruch, weshalb die Post dort die Sonntagsleerung besonders stark herunterfährt.

Die 2000 verbleibenden Briefkästen sollen in Städten mit mehr als 20.000 Einwohnern erhalten bleiben, genauso wie in allen Kreisstädten und kreisfreien Städten mit ICE-Anschluss. Weiterhin geleert werden die gelben Kästen auch in den Briefverteilzentren, von denen es rund 80 bundesweit gibt.

Abbauen werde die Post aber keine Briefkästen, betonte der Sprecher. Insgesamt stehen in Deutschland rund 111.000 Briefkästen, von denen rund zehn Prozent bislang auch am Sonntag geleert wurden. Zu erkennen sind diese Briefkästen an einem roten Punkt. Einen Überblick, wo der nächste Briefkasten ist und ob er auch am Sonntag geleert wird, können sich Bürger hier im Internet verschaffen.

Die Einschränkungen bei den Sonntagsleerungen sind bereits die zweite weitreichende Änderung der Post in diesem Jahr. Zum Jahreswechsel hatte das Unternehmen das Porto für Standardbriefe von 62 auf 70 Cent erhöht, Zusatzleistungen etwa für Einschreiben und Maxibriefe werden ebenfalls teurer. Das Porto für Postkarten sowie Groß- und Kompaktbriefe im Inland blieb gleich.

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Quelle: n-tv.de

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