Wirtschaft
Die Hypothekenproblematik beschäftigt die US-Justiz noch immer.
Die Hypothekenproblematik beschäftigt die US-Justiz noch immer.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Neues Kapitel im Hypothekenstreit: Virginia verklagt 13 Banken

Auf die Deutsche Bank warten weitere Unannehmlichkeiten. Der US-Bundesstaat Virginia zieht gegen die Frankfurter und 12 weitere Banken vor Gericht. Es geht einmal mehr um minderwertige Hypothekenpapiere.

Die Serie von US-Rechtsstreitigkeiten reißt für europäische Großbanken nicht ab. Virginia verklagt die Deutsche Bank, Credit Suisse, UBS und zehn weitere Geldhäuser auf insgesamt 1,15 Milliarden Dollar Schadenersatz. Der US-Bundesstaat wirft den Kreditinstituten vor, dem staatlichen Pensionsfonds Virginias von 2004 bis 2010 minderwertige Hypothekenpapiere verkauft zu haben, wie die dortige Staatsanwaltschaft mitteilte. Betroffen seien auch HSBC, Barclays und eine Reihe von US-Großbanken.

Die Geldinstitute haben nun drei Wochen Zeit, auf die Klage zu reagieren. Vertreter der Banken lehnten eine Stellungnahme ab oder waren nicht zu erreichen.

Auf Druck von Präsident Barack Obama gehen die US-Behörden gegen die Branche auch wegen verschiedener ähnlicher Fälle vor. Der Bank of America brummte die Regierung im August eine Rekordstrafe von 16,65 Milliarden Dollar auf, weil das Institut beim Verkauf von verbrieften Hypotheken Risiken verschleiert hatte. Auch zahlreiche andere Geldhäuser, darunter auch die Deutsche Bank und Credit Suisse, haben wegen ähnlicher Vorwürfe bereits hohe Strafen in den USA gezahlt und zittern wegen drohender weiterer Geldbußen.

Credit-Suisse-Finanzchef David Mathers bezeichnete US-Verfahren in Zusammenhang mit Wohnbauhypotheken kürzlich als größtes noch verbleibendes Rechtsrisiko für die Schweizer Bank.

Credit Suisse im Fed-Visier

Während Credit Suisse mehrere US-Verfahren dank Geldzahlungen vom Tisch gebracht hat, zeichnete sich neuer Ärger ab. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge nimmt die US-Notenbank Fed die zweitgrößte Schweizer Bank im Zusammenhang mit der Vergabe von Krediten an Private-Equity-Firmen unter die Lupe. Die Fed habe die Bank aufgefordert, sofort der Frage nachzugehen, ob bei hoch verzinsten Krediten für Firmenübernahmen alle Risiken korrekt berücksichtigt worden seien, berichtete die Zeitung unter auf Insider.

Die Fed habe im vergangenen Jahr Banken davor gewarnt, sich an der Finanzierung von Transaktionen zu beteiligen, bei denen die Verschuldungsquote zu hoch und die Sicherheiten zu gering seien, hieß es in dem Bericht weiter. Nun sei die Fed zusammen mit der Behörde Office of the Comptroller of the Currency dabei, die einzelnen Banken zu überprüfen und wenn nötig, Maßnahmen zu ergreifen. Credit Suisse lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Quelle: n-tv.de

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