Kräftiges GewinnplusVisa freut sich über Kauflust
Der Kreditkartenanbieter Visa profitiert von kauffreudigeren Konsumenten und steigert seinen Gewinn deshalb kräftig. Bei der Konzernführung steigt der Optimismus, sie sagt einen weiteren Anstieg von Gewinn und Umsatz voraus.
Das Ärgste der Wirtschaftskrise scheint für viele Unternehmen überstanden, ihre Kunden kaufen wieder verstärkt ein. Einer, der davon kräftig profitiert, ist der weltgrößte Kreditkarten-Anbieter Visa. Seine Kunden zückten im vierten Geschäftsquartal, das Ende September zu Ende ging, deutlich häufiger ihr Plastikgeld als im krisengezeichneten Vorjahreszeitraum.
Bei jedem einzelnen Einkauf kassiert Visa eine Gebühr und konnte somit unter dem Strich einen Gewinn von unterm Strich 774 Mio. Dollar einfahren, anderthalb mal so viel wie vor einem Jahr. Der Umsatz legte um 13 Prozent auf 2,1 Mrd. Dollar zu. Vor allem das grenzüberschreitende Bezahlen florierte: Privatleute machen Urlaub im Ausland, Firmen schicken ihre Mitarbeiter auf Dienstreisen.
Konzernchef Joseph Saunders zeigte sich zufrieden mit dem Abschneiden und versprach für das gerade angelaufene neue Geschäftsjahr einen weiteren Gewinn- und Umsatzanstieg. Dennoch fiel die Aktie leicht. Viele Anleger hatten bereits mit guten Zahlen gerechnet, nachdem der kleinere Rivale American Express vor wenigen Tagen geglänzt hatte.
Visa ist die Nummer eins der Kreditkarten-Anbieter und hatte im ersten Halbjahr den Abstand zum direkten Verfolger Mastercard vergrößern können. Dank der wieder gut gefüllten Kasse kann sich Visa einen Aktienrückkauf von einer Milliarde Dollar leisten, den das Unternehmen parallel zur Bilanzvorlage ankündigte.
Mastercard legt seine aktuellen Zahlen am kommenden Dienstag vor. Anders als American Express verleihen die beiden Branchenführer nicht selbst Geld - sie übernehmen nur die Abwicklung und kassieren dafür Gebühren. Das Risiko unbezahlter Kartenschulden tragen die Partner, in der Regel sind das Banken.