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Die EU-Kommission gibt dem Deal ihren Segen.
Die EU-Kommission gibt dem Deal ihren Segen.(Foto: dpa)

Deutsche Telekom bleibt entspannt: Vodafone darf Kabel Deutschland übernehmen

Die EU genehmigt die Übernahme des deutschen Kabelnetzbetreibers Kabel Deutschland durch den britischen Vodafone-Konzern. Mit der Übernahme will der Festnetz- und Mobilfunkanbieter Vodafone der Deutschen Telekom die Stirn bieten. Die gibt sich gelassen. Allerdings pocht der Bonner Konzern auf einen fairen Wettbewerb

Vodafone darf Kabel Deutschland übernehmen. Die EU-Kommission gab dem britischen Mobilfunkkonzern grünes Licht für die Akquisition des größten deutschen Kabelnetzbetreibers. Zuvor hatten sich die Briten im Rahmen ihres rund 7,7 Milliarden Euro schweren Übernahmeangebots mehr als 75 Prozent der Anteile an der Kabel Deutschland Holding AG gesichert.

Die Kartellwächter sehen durch die Akquisition keine erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs, wie die EU-Kommission mitteilte. Der Zusammenschluss würde auf den Märkten, auf denen sich die Tätigkeiten der beiden Unternehmen überschneiden, nur unwesentliche Marktanteilsgewinne bewirken. Die Geschäftstätigkeiten von Vodafone und Kabel Deutschland ergänzen sich im Wesentlichen, hieß es. Während Kabel Deutschland in erster Linie Kabelfernseh-, Festnetztelefonie- und Internetzugangsdienste anbiete, seien Mobilfunkdienste das Kerngeschäft von Vodafone.

Mit dem Kauf von Kabel Deutschland will sich Vodafone im leitungsgebundenen Breitband-Internet verstärken, um so besser mit der Deutschen Telekom konkurrieren zu können. Zudem versprechen sich die Briten hohe Synergien, unter anderem, weil sie weniger Gebühr für die Nutzung der letzten Meile an die Telekom zahlen müssen, denn das Leitungsnetz von Kabel Deutschland endet in den Wohnungen und nicht schon am Verteilerkasten an der Straßenecke.

Telekom erwartet Fairness

Ein Sprecher der Deutschen Telekom sagte, der Konzern sei auch für den fusionierten Wettbewerber gut gerüstet. "Allerdings erwarten wir faire Wettbewerbsbedingungen", fügte er hinzu. "Es kann nicht sein, dass die Telekom voll reguliert wird und andere frei agieren können, wenn sie deutlich mehr Marktmacht bekommen. Unsere Regulierung muss zurückgefahren werden."

Laut dem Industrieanalysten IHS sichert sich Vodafone mit dem milliardenschweren Kauf von Kabel Deutschland in Europas größter Volkswirtschaft einen Marktanteil von 54,3 Prozent bei der Sprachtelefonie, von 44,9 Prozent beim Breitband-Internet, von 32,3 Prozent im Mobilfunk sowie von 7,6 Prozent am TV-Kabel-Markt und wird ein integrierter Anbieter aller Telekommunikationsdienstleistungen.

Mit dem Auslaufen der Annahmefrist für das Übernahmeangebot vergangenen Mittwoch hatte sich Vodafone 76,48 Prozent der Kabel-Deutschland-Anteile gesichert. Die Briten hatten eine Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent zur Bedingung für die Übernahme gemacht, die sie sich 87 Euro je Aktie kosten lassen. Für Aktionäre, die bislang ihre Kabel-Deutschland-Aktien noch nicht verkauft haben, läuft derzeit eine Nachfrist, die am 30. September um Mitternacht endet.

Die letzte wesentliche Vollzugsbedingung für das Übernahmeangebot sei mit der Genehmigung aus Brüssel erfüllt, teilte die Kabel Deutschland Holding AG mit. Vodafone und Kabel Deutschland erwarten den Abschluss der Transaktion für den 14. Oktober 2013. Die Bieterin wolle nun über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag verhandeln, teilte das Übernahmevehikel Vodafone Vierte Verwaltungs AG mit.

Quelle: n-tv.de

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