Wirtschaft
Sieht das Geschäft der Zukunft im Kabel: Vittorio Colao, Chef des zweitgrößten Mobilfunkkonzerns der Welt.
Sieht das Geschäft der Zukunft im Kabel: Vittorio Colao, Chef des zweitgrößten Mobilfunkkonzerns der Welt.(Foto: REUTERS)

Colao wirft Ballast ab: Vodafone erfindet sich neu

Die Hinweise sind vage, im Mobilfunkmarkt dürften sie dennoch reichlich Bewegung auslösen: Vodafone-Chef Colao stellt Teile des Konzerns paketweise zum Verkauf. Der Mann an der Spitze des zweitgrößten Mobilfunkkonzerns hat andere Pläne.

Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone signalisiert die Bereitschaft zum Verkauf weiterer Konzernanteile. Wenn der Preis stimme, könnten Bereiche außerhalb des Kerngeschäfts veräußert werden, sagte der Chef des Mobilfunkbetreibers, Vittorio Colao, auf einer Branchenveranstaltung in Barcelona.

Vodafone stehe aber nicht unter Verkaufsdruck und würde sich nur für den vollen Preis von Anteilen trennen, sagte Colao. Dafür infrage kämen etwa Sparten in Australien, Ungarn und Tschechien. Offenbar sieht der Konzernchef die künftige Ertragsstärke von Vodafone in ganz anderen Bereichen als im reinen Mobilfunk.

Die offen eingestandene Bereitschaft zum Verkauf gibt Analysten zu denken. Vodafone-Chef Colao hält damit offenbar an seiner bisherigen Strategie fest. Er hat sich vorgenommen, den Konzern massiv umzubauen. Zuletzt verkaufte er zum Beispiel den Vodafone-Anteil an dem US-Mobilfunker Verizon Wireless für 130 Milliarden Dollar. Im Gegenzug baut er das Festnetz-Geschäft in Europa aus, unter anderem mit der 11 Milliarden Euro schweren Übernahme von Kabel Deutschland.

Kundenbindung per Kabel?

Vodafone ist hinter China Mobile der weltweit zweitgrößte Mobilfunkbetreiber nach Nutzerzahlen. Colao denkt neben der Stärkung der Festnetz-Geschäfte auch über den Zukauf exklusiver Medieninhalte nach, um Kunden stärker an Vodafone zu binden. Bisher sei er aber noch nicht davon überzeugt, dass kostspielige Exklusiv-Inhalte für den Geschäftserfolg unbedingt notwendig seien.

Deutsche-Telekom-Chef Tim Höttges pflichtete ihm auf der Branchenkonferenz in Barcelona in diesem speziellen Punkt bei: Exklusive Inhalte seien für die Telekom nicht essenziell, sagte er. Höttges spricht aus eigenen Erfahrungen: Die Telekom hielt vorübergehend die Bundesliga-Rechte, konnte daraus aber keinen großen Gewinn schlagen.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen