Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Höhere Dividende: Vodafone hinkt Konkurrenz hinterher

Die Nummer zwei auf dem weltweiten Telekommunikationsmarkt kommt in Deutschland kaum voran. Immerhin läuft es in den anderen Regionen. Das bekommen auch die Aktionäre zu spüren - trotz ausbleibender Rechentricks.

Der weltweit zweitgrößte Mobilfunkanbieter Vodafone kann in Deutschland die Umsatztalfahrt nicht stoppen. Weltweit schlägt sich der Konzern indes besser. Deshalb hob das Unternehmen nun das untere Ende seiner Prognose für das operative Geschäft (Ebitda) leicht an. In Deutschland lagen die Erlöse mit mobilen Diensten - also ohne Umsätze aus dem Verkauf von Endgeräten - im zweiten Quartal um 2,8 Prozent unter dem Vorjahr, drei Monate zuvor hatte das Minus 2,1 Prozent betragen.

Somit schnitt Vodafone einmal mehr deutlich schlechter als der Wettbewerb ab: In der vergangenen Woche hatte Telefonica Deutschland beim Umsatz mit mobilen Diensten ein Minus von 0,3 Prozent auf Jahressicht gemeldet. Bei der Deutschen Telekom ist der Vergleich schwieriger. Hier sank die Kennziffer zwar um 0,4 Prozent, aber der Marktführer rechnet Rabatte für seine Magenta-Eins-Bündeltarif-Kunden gegen den Mobilfunkumsatz. Bereinigt um diesen Effekt wäre die Kennziffer um 1 Prozent gestiegen, so die Telekom.

Die Gesamterlöse erhöhten sich organisch um 2,8 Prozent auf 20,27 Milliarden Pfund. Unter dem Strich kam den Konzern jedoch die Verrechnung von steuerlichen Sondererträgen teuer zu stehen: Nach einem Gewinn von 5,4 Milliarden Pfund vor einem Jahr stand dieses Mal ein Verlust von 1,7 Milliarden Pfund in den Büchern. In Luxemburg hatte sich das Unternehmen vor einem Jahr noch milliardenschwere Gutschriften angerechnet - in diesem Jahr musste Vodafone dagegen einen Sondereffekt in der anderen Richtung verbuchen.

30,22 Millionen Kunden in Deutschland

"Mit den Ergebnissen können wir nicht zufrieden sein", sagte Hannes Ametsreiter der jüngst von der Telekom Austria an die Spitze von Vodafone wechselte. Auf Jahressicht verlor Vodafone in Deutschland 4,7 Prozent seiner Kunden, vor allem im Prepaidbereich. Wachstum bei Vertragskunden in gleichem Umfang kann dies nicht ausgleichen, da der Durchschnittsumsatz nicht in gleichem Verhältnis mitwächst. Per Ende September zählte Vodafone hierzulande 30,22 Millionen Kunden, von denen jeder im Schnitt 15,50 Euro pro Monat ausgab.

Besser schlug sich Vodafone hierzulande im Festnetzbereich, weil es vom Kauf von Kabel Deutschland profitiert. Im Kabelgeschäft wuchs der Umsatz um 7,1 Prozent und kompensierte so den 6,1-prozentigen Umsatzrückgang im sonstigen Festnetzgeschäft.

Weltweit schlägt sich die Vodafone Group indes besser: Während in Europa bei den Service-Umsätze ein Minus von 1 Prozent steht, wuchs die Kennziffer außerhalb des Kontinents um 6,7 Prozent. Allerdings erwirtschaftet die Gruppe dort nur ein Drittel ihrer Service-Erlöse. In den europäischen Kernmärkten entspannt sich zudem die Lage.

In der Konsequenz verengte Vodafone seine Ebitda-Prognose auf 11,7 Milliarden bis 12 Milliarden Pfund von zuvor 11,5 Milliarden bis 12 Milliarden Pfund. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres belief sich das Ebitda auf 5,8 Milliarden Pfund, ein organische Plus von 1,9 Prozent. Die Umrechnung des schwachen Euro in das starke britische Pfund belastete das Umsatzwachstum der Europasparte mit mehr als 8 Prozentpunkten. Ab dem 1. April 2016 will das Unternehmen nun in Euro bilanzieren - einen großen Teil des Umsatzes erzielt Vodafone ohnehin in der Gemeinschaftswährung. Die Aktionäre der Vodafone Group sollen eine um 2,2 Prozent höhere Zwischendividende von 3,7 Pence je Aktie erhalten.

Quelle: n-tv.de

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