Wirtschaft
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Deutsche Bilanzen in Kürze: +++ Volkswagen ruft neue Ziele aus +++

Die Berichtssaison in Deutschland läuft. Einige Schwergewichte haben ihre Zahlen bereits präsentiert, andere folgen noch. Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer? Ein Überblick.

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+++ (13. März) Volkswagen ruft neue Ziele aus +++
Volkswagen will die Zehn-Millionen-Marke beim Absatz bereits dieses Jahr überspringen. Die Chancen stünden gut, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn. Der Umsatz wuchs um zwei Prozent auf 197 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss brach jedoch um mehr als die Hälfte auf 9,1 Milliarden Euro ein. Im Vorjahr hatten Sondereffekte im Zusammenhang mit der Porsche-Übernahme die Bilanz aufgebläht. Die Dividende soll nun um je 50 Cent auf 4,00 Euro je Stamm- und 4,06 Euro je Vorzugsaktien erhöht werden. Künftig spielt der Kampf um die Spitzenposition als Weltmarktführer in den strategischen Plänen bei VW offenbar nur noch eine untergeordnete Rolle: Statt Wachstum um jeden Preis will der Konzern mit seinen zwölf Marken stattdessen künftig mehr an jedem verkauften Auto verdienen.

+++ (13. März) K+S streut wenig Zuversicht +++
Der Düngemittel- und Salzhersteller K+S sieht noch kein Licht am Ende des Tunnels. Niedrige Kalipreise und hohe geplante Investitionen werden den Konzern auch 2014 stark belasten. Für das laufende Jahr gab Vorstandschef Norbert Steiner einen düsteren Ausblick. Das operative Ergebnis werden wegen der gesunkenen Preise für Kali-Düngemittel 2014 "deutlich unter dem Vorjahreswert liegen", teilte das Dax-Unternehmen mit. Der Kasseler Konzern setzte im vergangenen Jahr 3,95 Milliarden Euro um und erreichte damit etwa den Vorjahreswert. Das Betriebsergebnis (EBIT I) sank wegen der gesunkenen Kalipreise um fast ein Fünftel auf 656 Millionen Euro. Beim bereinigten Nettogewinn erzielte K+S 435 Millionen Euro - nach 637 Millionen Euro. Schlechte Nachrichten auch für die Anleger: Das Unternehmen streicht die Dividende radikal zusammen. Nach zuletzt 1,40 Euro sollen nun nur noch 25 Cent je Anteilsschein gezahlt werden.

+++ (13. März) BMW jagt eigene Rekorde +++
Der Autohersteller BMW reiht die Rekordjahre aneinander. Einmal mehr vermelden die Münchener glänzende Geschäftszahlen. Nie zuvor wurden mehr Autos verkauft, ein höherer Gewinn eingefahren und die Aktionäre derart üppig bedacht. Unter dem Strich verdiente der Dax-Konzern 5,34 Milliarden Euro. Das waren 4,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das Vorsteuerergebnis legte auf 7,91 Milliarden Euro zu. Einzig der starke Euro trübte etwas das Ergebnis. Trotz des Rekordumsatzes nahm der Autobauer mit 76,1 Milliarden Euro etwas weniger ein. Die Dividende soll angehoben werden - und dir Rekordjagd weitergehen: Das Absatzziel für 2014 liegt bei zwei Millionen Pkw.

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+++ (25. Februar) BASF besser als erwartet +++
Solide Erträge aus dem Geschäft mit Öl, Erdgas und Chemikalien haben den Gewinn von BASF im Schlussquartal des vergangenen Jahres kräftig angeschoben. Der Betriebsgewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen stieg im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Analysten hatten mit 1,38 Milliarden Euro gerechnet. Der Umsatz erreicht im Zeitraum von Oktober bis Dezember ein Volumen von 18,1 Milliarden Euro und damit 1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Beim Überschuss erzielte BASF ein Plus von 16 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro, wozu allerdings auch Sondereffekte aus einer Umbilanzierung des Gastransportgeschäfts Gascade beitrugen.

+++ (25. Februar) Rekordgewinn für Fresenius +++
Der Gesundheitskonzern Fresenius kann mit Blick auf das Gesamtjahr 2013 einen Rekordgewinn verbuchen. Dank guter Geschäfte mit Krankenhäusern und Nachahmermedikamenten kletterte der um Sondereffekte bereinigte Gewinn um 12 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Die Umsätze schwollen um 5 Prozent auf 20,3 Milliarden Euro an. Die Dividende für seine Aktionäre will Fresenius um 15 Cent auf 1,25 Euro je Aktie anheben - damit steigt die Ausschüttung zum 21. Mal in Folge.

+++ (25. Februar) Gewinnrückgang bei FMC +++
Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) hat erstmals seit 2001 eine rückläufige Entwicklung beim Gewinn ausgewiesen. Das Konzernergebnis ging im vergangenen Jahr um 6 Prozent auf 1,11 Milliarden Dollar zurück. FMC bekommt derzeit die Kürzungen im US-Gesundheitssystem zu spüren. Zudem hatte die Tochter des Gesundheitskonzerns Fresenius 2012 einen Sonderertrag von 140 Millionen Dollar im Rahmen der Übernahme des Konkurrenten Liberty Dialysis verbucht. Der Umsatz kletterte bei FMC 2013 um 6 Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar. Die Dividende für die Aktionäre soll um 2 Cent auf 0,77 Euro je Aktie steigen - damit hebt FMC seine Ausschüttung zum 17. Mal in Folge an.

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+++ (13. Februar) Coba verdient wieder Geld +++
Die Commerzbank hat wieder in die schwarzen Zahlen gearbeitet. Trotz hoher Kosten für den Konzernumbau und Verlusten beim Abbau von Altlasten erwirtschaftete das Institut 78 Millionen Euro Überschuss. Ein Jahr zuvor stand unter dem Strich ein Verlust von 47 Millionen Euro. Commerzbank-Chef Martin Blessing bezeichnet das Ergebnis als solide. Im operativen Geschäft musste die Commerzbank allerdings Federn lassen: Das Ergebnis sackte um fast 40 Prozent auf 725 Millionen Euro ab. Zu schaffen machten der Bank dabei die niedrigen Zinsen. Zudem musste die Bank mehr Geld für das Risiko von Kreditausfällen zurücklegen. Das bekam vor allem die Mittelstandssparte - zuletzt die größte Gewinnstütze der Commerzbank - zu spüren. Dafür überraschte das Investmentbanking positiv.

+++ (30. Januar) Autobranche hilft Infineon +++
Die ungebrochen starke Nachfrage der Autobauer dämpft den saisonalen Gewinneinbruch des Halbleiterherstellers Infineon. Der Umsatz sinkt im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorquartal um 7 Prozent auf 984 Millionen Euro. Der Überschuss sinkt um knapp 40 Prozent auf 87 Millionen Euro.

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+++ (28. Januar) Siemens bestätigt den Ausblick +++
Gestützt auf einen starken Start ins Geschäftsjahr kann der Industriekonzern Siemens die Prognose bekräftigen. Im ersten Quartal des Berichtszeitraums 2013/14 klettert der Gewinn nach Steuern im Jahresvergleich um 20 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro, wie Siemens zur Hauptversammlung mitteilt. Das Geschäftsjahr endet bei Siemens jeweils zum 30. September. Während die Erlöse durch widrige Währungseffekte um 3 Prozent auf 17,3 Milliarden Euro nachgeben, legt der Auftragseingang um 9 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro zu. Im Gesamtjahr will Siemens weiterhin sein Ergebnis je Aktie von zuletzt 5,08 Euro um mindestens 15 Prozent steigern.

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+++ (21. Januar) SAP schafft Gewinnziele nicht +++
Topthema im Dax sind SAP mit endgültigen Zahlen für 2013 und einem zurückhaltenden Ausblick für das laufende Jahr. Der Umbruch in der Branche hin zu Miet-Software aus dem Internet zeigt dem Dax-Riesen seine Grenzen auf. Deutschlands größter Software-Konzern kassierte seine Margenprognose für das kommende Jahr wegen hohen Investitionen ein, und auch beim Umsatzziel sind die Walldorfer nun etwas vorsichtiger. Immerhin den wichtigen Cloud-Umsatz schätzt das Unternehmen unverändert ein. SAP will mit Software aus der Datenwolke im kommenden Jahr 2 Milliarden Euro erlösen und bis 2017 den Umsatz dann auch 3 bis 3,5 Milliarden Euro steigern. Die für das Jahr 2015 anvisierte Marge von 35 Prozent wird SAP aber wohl erst zwei Jahre später erreichen. Anleger zeigten sich enttäuscht.

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+++ (21. Januar) Henkel will mehr Dividende zahlen +++
Der Konsumgüter-Konzern Henkel will künftig mehr Geld an seine Aktionäre auszahlen. Von dem auf die Anteilseigner entfallenden Jahresüberschuss sollen künftig 25 bis 35 Prozent als Dividende ausgeschüttet werden. Sondereinflüsse auf das Ergebnis werden dabei herausgerechnet. Für das Geschäftsjahr 2013 peilt der Vorstand eine Ausschüttungsquote von 30 Prozent an. Bisher hatte Henkel 25 Prozent des Jahresüberschusses als Dividende ausgezahlt. Aufsichtsrat und Gesellschafterausschuss müssen dem Vorhaben noch zustimmen. Seinen Jahresabschluss will das Unternehmen am 20. Februar vorlegen. Henkel hatte zuletzt eine der niedrigsten Dividendenrenditen unter den Dax-Konzernen.

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+++ (20. Januar) Mega-Minus bei der Deutschen Bank +++
Die Deutsche Bank kommt wegen fragwürdiger Geschäfte der Vergangenheit nicht aus den Schlagzeilen und ist im vierten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Branchenprimus bezifferte den Verlust vor Steuern in den Monaten Oktober bis Dezember auf 1,2 Milliarden Euro. Damit blieb für das Gesamtjahr nur ein Vorsteuerergebnis von 2,1 Milliarden Euro - die Hälfte dessen, was Analysten von der Deutschen Bank erwartet hatten. Unter dem Strich standen 1,1 Milliarden Euro.

Schuld an den schlechten Zahlen sind erneut die hohen Kosten für Rechtsstreitigkeiten sowie ein Einbruch im Investmentbanking und der Abbau der Bilanzrisiken. Die Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen vertrösten die Anleger schon jetzt auf das kommende Jahr: "Wir erwarten, dass 2014 ein Jahr mit weiteren Herausforderungen und ihrer disziplinierten Bewältigung sein wird", erklärten sie. "Wir sind jedoch zuversichtlich, unsere für 2015 gesetzten Ziele zu erreichen."

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+++ (16. Januar) Beiersdorf trotzt Währungseffekten +++
Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf hat 2013 trotz bremsender Währungseffekte von Zuwächsen bei Nivea & Co und einer starken Nachfrage nach Klebstoffen profitiert. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent auf 6,14 Milliarden Euro, wie das Dax-Unternehmen vorläufig mitteilte. Ohne Währungseffekte lag das Plus bei 7,2 Prozent.

Das Konsumentengeschäft mit Marken wie Nivea, Eucerin oder La Prairie erhöhte die Umsätze organisch um 7,0 Prozent, dank einer steigenden Nachfrage sowohl in Europa als auch in den Schwellenländern. Die Klebstoffsparte tesa entwickelte sich mit einem organischen Plus von 8,4 Prozent ebenfalls positiv, insbesondere dank eines guten Geschäfts mit Industriekunden.

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+++ (13. Januar) Conti übertrifft Margen-Ziel +++
Der Autozulieferer Continental hat im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Umsatz leicht gesteigert. Der Erlös kletterte von 32,7 Milliarden auf 33,3 Milliarden Euro, wie das Dax-Unternehmen mitteilte. Zuvor hatte der Konzern seine Prognosen angepasst. Grund dafür waren vor allem hohe negative Währungseffekte durch die Aufwertung des Euro sowie gleichzeitig niedrigere Rohstoffkosten als ursprünglich gedacht.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern (Ebit) belief sich auf 3,7 Milliarden von zuvor 3,52 Milliarden Euro. Die bereinigte Ebit-Marge betrug 11,2 Prozent und habe damit das Ziel für das Geschäftsjahr 2013 "spürbar übertroffen".

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+++ (10. Januar) Nachfrage treibt SAP-Gewinn +++
Dank ungebrochen hoher Nachfrage nach Firmensoftware hat SAP im vergangenen Jahr seinen Gewinn kräftig gesteigert. Das um Währungseinflüsse bereinigte Betriebsergebnis sei 2013 wie erwartet um 13 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Softwarekonzern vorläufig mit. Zu aktuellen Kursen legte das Ergebnis vor Steuern und Zinsen um sechs Prozent auf 5,5 Milliarden Euro zu.

Das neue Geschäftsfeld Cloud-Software des Walldorfer Konzerns sei mit einem Umsatz von 787 Millionen Euro stärker gewachsen als erwartet, während das Kerngeschäft solide Wachstumsraten aufgewiesen habe. Die Erlöse mit der Mietsoftware aus der Datenwolke im Internet, bei der die Kunden Programme nicht mehr kaufen und auf ihren Rechnern installieren müssen, verdoppelten sich damit. Der Umsatz im Kerngeschäft - dem Verkauf von Unternehmenssoftware und der Support dafür - kletterte 2013 währungsbereinigt um elf Prozent auf 14 Milliarden Euro.

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Quelle: n-tv.de

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