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Mit frischen roten Hosen: In Leipzig läuft die Macan-Produktion an.
Mit frischen roten Hosen: In Leipzig läuft die Macan-Produktion an.(Foto: REUTERS)

Porsche startet mit dem Macan in Leipzig: Volkswagen wächst stärker als BMW

Der Start ins Jahr verläuft vielversprechend: Die deutsche Automobilindustrie verzeichnet im Januar kräftige Zuwächse. Im problematischen Heimatmarkt Europa schlagen sich die Hersteller allerdings höchst unterschiedlich.

Zwischen SUV und Sportwagen: Mit dem Macan erweitert Porsche die hauseigene Produktpalette.
Zwischen SUV und Sportwagen: Mit dem Macan erweitert Porsche die hauseigene Produktpalette.(Foto: REUTERS)

Der Sportwagenhersteller Porsche hat seine neue Macan-Fabrik in Leipzig offiziell in Betrieb genommen. In die Erweiterung des ostdeutschen Standortes flossen nach Unternehmensangaben 500 Millionen Euro. Porsche schafft damit 1500 neue Jobs.

Jährlich sollen in Leipzig nach bisherigen Planungen bis zu 50.000 Exemplare des kleinen Geländewagens Macan vom Band rollen. Bisher wurden in Sachsen auch der große SUV Cayenne und die Sportlimousine Panamera montiert. Porsche verkaufte im zurückliegenden Jahr insgesamt 162.000 Fahrzeuge. Vor allem in den USA und in China boomte die Nachfrage nach der deutschen Sportwagenschmiede, die mittlerweile fest zum Markenimperium von Volkswagen gehört.

Starker Jahresstart für BMW

Damit liegt der Gesamtjahresabsatz bei Porsche nicht weit über der Menge an Fahrzeugen, die der Münchner Automobilkonzern BMW in einem einzelnen Monat an den Markt bringen kann. Der Hersteller mit den weiß-blauen Farben im Logo ist 2014 wie seine heimischen Konkurrenten Daimler und Audi mit einem Absatzplus ins neue Jahr gestartet: Im Januar verkaufte BMW insgesamt 132.892 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. Im Vergleich zum Vorjahr kommt BMW damit auf einen Zuwachs von 7,8 Prozent - und bleibt nur um gut 30.000 Fahrzeuge unter dem Gesamtjahresabsatz der Sportwagenschmiede Porsche zurück.

Neue Modelle könnten den Absatz im laufenden Jahr beflügeln. Im wichtigen US-Markt verzeichnet BMW eigenen Angaben zufolge reges Interesse an seinen neuen Elektroautos. Insgesamt habe das US-Vertriebsteam bereits 65.000 Interessenten an den Modellen i3 und i8 auf der Liste, hieß es. Dies seien gut sechs Mal so viele wie bei einer ähnlichen Markteinführung in der Vergangenheit, wie BMWs Marketingchefin für Nordamerika, Trudy Hardy, erklärte. "Ausgehend von diesem Interesse ist die Nachfrage höher als die Lieferungen, die hereinkommen", sagte sie dem "Wall Street Journal". Wie viele i3- und i8-Fahrzeuge in diesem Jahr vom BMW-Werk bei Leipzig aus in die USA verschifft werden sollen, wollte sie noch nicht bekanntgeben. Zu den Branchengerüchten um angebliche Pläne für ein BMW-Modell "i5" äußerte sie sich ebenfalls nicht.

Elektrische "BMWi" für US-Amerikaner

Der Autobauer führt die beiden Elektroautos in den USA unter der Marke "BMWi" ein, die in Zukunft noch weitere Modelle umfassen dürfte. Der i3, der für US-Kunden ab einem Einstiegspreis von 41.350 Dollar zu haben ist, ist ein speziell für den Stadtverkehr konzipierter Kompaktwagen. Die ersten Fahrzeuge sollen im zweiten Quartal in den amerikanischen Autohäusern stehen. Der Hybrid-Sportwagen i8, der mehr als 100.000 Dollar kostet, soll später in diesem Jahr in den USA eingeführt werden. Beide Fahrzeuge werden von BMW in den USA bereits während der Olympischen Winterspiele in TV-Spots beworben. Damit solle das Image der Marke BMW insgesamt verbessert werden, sagte Hardy.

Auf dem krisengeschüttelten europäischen Markt verzeichnete BMW unterdessen mit 1,4 Prozent ein leichtes Absatzplus. "Obwohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in vielen Märkten weiterhin schwierig bleiben, gibt es erste Anzeichen für eine Erholung", erklärte Vertriebschef Ian Robertson. BMW rechne nach dem Absatzrekord 2013 im laufenden Jahr erneut mit steigenden Verkäufen, bekräftigte er.

VW knackt die 500.000

Die starken Zahlen aus München drohen vor den Januar-Daten aus Wolfsburg allerdings etwa zu verblassen: Der Autobauer Volkswagen, das mit Abstand größte Schwergewicht der deutschen Automobilindustrie, konnte im konzernweiten Ergebnis über alle Marken hinweg deutlich mehr Autos absetzen als vor Jahresfrist. Die Hauptmarke VW verkauft im Januar weltweit 515.700 Fahrzeuge, wie der Wolfsburger Autobauer mitteilte. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Plus von 4,8 Prozent.

Damit sei die Marke erstmals in ihrer Geschichte mit mehr als einer halben Million Auslieferungen ins Jahr gestartet, sagte Vertriebsvorstand Christian Klingler. Der Erfolg zu Jahresanfang sei vor allem Zuwächsen in Europa und China zu verdanken, hieß es.

Sonderschichten bei Daimler

Neben einem erneut zweistelligen Verkaufsplus in China legte erstmals seit längerem auch der Absatz in Europa kräftig zu. Im krisengebeutelten Westeuropa (ohne Deutschland) steigerte sich Europas größter Autobauer um 9,1 Prozent. Auf dem Heimatmarkt in Deutschland kletterten die Auslieferungen um 8,8 Prozent. In China schlug VW mit 267.800 Einheiten mehr als die Hälfte seiner Wagen los, plus 13,9 Prozent. Dagegen sanken die Verkäufe in den USA um 19 Prozent und in Brasilien sogar um mehr als ein Fünftel.

Der Autohersteller Daimler fährt unterdessen aufgrund der großen Nachfrage Sonderschichten an mehreren Standorten. Im Bremer Werk, wo die neue C-Klasse produziert wird, seien 2014 insgesamt 36 Sonderschichten eingeplant, teilte ein Firmensprecher mit. Die Schichten in der S-Klasse-Produktion in Sindelfingen seien bereits im vergangenen Jahr um 74 Minuten verlängert worden. Diese Regelung soll nach Unternehmensangaben bis Ende Februar beibehalten werden. Auch in den Werken in Rastatt und Untertürkheim seien Sonderschichten eingeführt worden, hieß es. Eine genaue Zahl konnte der Sprecher für die beiden Standorte nicht nennen.

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Quelle: n-tv.de

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