Freitag, 05. März 2010
Spotanalyse: Volkswirte zum Auftragseingang
Die deutsche Industrie schafft im Januar das größte Auftragsplus seit zweieinhalb Jahren. Einen Anstieg dieser Höhe hatte es zuletzt im Juni 2007 gegeben. Die Ökonomen sind mit den Zahlen weitgehend zufrieden.Die deutsche Industrie schafft im Januar das größte Auftragsplus seit zweieinhalb Jahren. Die Bestellungen stiegen im Vergleich zum Vormonat um 4,3 Prozent, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Einen Anstieg dieser Höhe hatte es zuletzt im Juni 2007 gegeben. Analysten hatten nur ein Plus von 1,5 Prozent erwartet. Sie sagten in ersten Reaktionen:
Dirk Schumacher, Goldman Sachs:
"Das beruhigende ist: Die Erholung der Industrie geht weiter. Verheißungsvoll ist, dass die Orders innerhalb der Euro-Zone zugenommen haben. Der größte deutsche Auslandmarkt hatte lange Zeit geschwächelt. Die Industrie ist in diesem Jahr die große Stütze der deutschen Wirtschaft."
Andreas Scheuerle, Deka Bank:
"Die erfreulichen Daten kommen zur rechten Zeit: Die Stimmung hatte sich ja in jüngster Zeit eingetrübt, auch wegen der schlechten Witterung. Man muss die Daten aber relativieren. Es stecken einige Großaufträge aus dem Inland dahinter. Der Januar ist allerdings der wichtigste Monat im Quartal. Das dicke Auftragsplus hilft, die Orderbücher zu füllen. Gerade weil es überdurchschnittlich viele Großaufträge gibt, wird sich der Anstieg jedoch nicht eins zu eins in der Produktion niederschlagen: Der anziehende Auftragseingang wird sich dort nur scheibchenweise bemerkbar machen, aber immerhin für Nachhaltigkeit sorgen."
Simon Junker, Commerzbank:
"Zunächst einmal haben wir es im Januar mit einer kalendarischen Gegenbewegung zum Dezember zu tun - der Januar hatte schlicht deutlich mehr Arbeitstage als der Dezember. Grundsätzlich haben wir weiter eine gute Dynamik - vor allem bei den Investitionsgütern. Wir werden wohl ein starkes erstes Quartal sehen, auch die Produktion dürfte davon profitieren. Klar ist auch: Wir haben es mit einer nach wie vor intakten Erholung zu tun."
rts
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