Wirtschaft
Das Außenhandelsvolumen steht vor einem neuen Rekord - und die deutsche Wirtschaft kommt in Fahrt.
Das Außenhandelsvolumen steht vor einem neuen Rekord - und die deutsche Wirtschaft kommt in Fahrt.(Foto: picture alliance / dpa)

Zwei-Billionen-Hürde im Visier: Wachstum treibt Exportüberschuss

Die deutsche Wirtschaft wird nach Ansicht von immer mehr Konjunkturforschern unter Dampf kommen und im kommenden Jahr sogar noch eine Kohle nachlegen. Bereits 2013 könnte erstmals eine magische Grenze fallen.

Der deutsche Außenhandel könnte im laufenden Jahr erstmals die Zwei-Billionen-Marke überspringen. Zugleich warnt der Handelsverband BGA vor einer weiteren Zuspitzung der Krise um die Ukraine. Dies hätte massive Auswirkungen auf den deutschen Außenhandel. Derweil verfestigen sich die Erwartungen eines Wirtschaftsaufschwungs in Deutschland nach den jüngsten Prognosen mehrerer Wirtschaftsforschungsinstitute immer mehr.

BGA-Präsident Anton Börner sagte, für das laufende Jahr rechne sein Verband weiter mit einem Anstieg der deutschen Exporte um drei Prozent und einem Importplus von zwei Prozent. Damit könnte der deutsche Außenhandel erstmals die Marke von 2000 Milliarden Euro in einem Jahr übertreffen.

Neuer Rekord beim Außenhandelsüberschuss

Der Außenhandelsüberschuss würde demnach auf einen neuen Rekordstand von 215,6 Milliarden Euro wachsen. "Diese Prognosen können jedoch sehr schnell Makulatur sein, sollte die Krise auf der Krim weiter eskalieren", warnte er. Eine Sanktionsspirale gegen Russland könnte unabsehbare Folgen haben. "Im Ergebnis wäre ein Handelskonflikt für Deutschlands Wirtschaft schmerzhaft, für die russische Wirtschaft aber existenzbedrohend", hieß es.

Im vergangenen Jahr war der deutsche Außenhandel erstmals seit längerem wieder leicht zurückgefallen. Der deutsche Exportüberschuss erreichte mit rund 199 Milliarden Euro aber einen neuen Rekordstand. Dafür begann die Branche das neue Jahr ausgesprochen gut.

Zwei vor dem Komma schon 2014?

Dies passt auch zu den Erwartungen des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) sowie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Allerdings bleiben die Konjunkturforscher hinter optimistischeren Prognosen aus der Wirtschaft selbst zurück.

Das RWI hob seine Prognose des deutschen Wirtschaftswachstums im Vergleich zum Dezember um 0,4 Punkte auf 1,9 Prozent. Für das kommende Jahr erwarten die Essener Ökonomen sogar ein Wachstum von 2,1 Prozent Wachstum.

Ähnlich sehen es die DIW-Forscher: Nach 1,8 Prozent in diesem soll das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im kommenden Jahr um 2,1 Prozent zulegen. Bereits zu Wochenbeginn hatte sich das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) für 1,7 und dann 2,1 Prozent prognostiziert.

Allerdings halten etwa der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) sowie das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) in diesem Jahr eine zwei vor dem Komma für möglich. Die Bundesregierung rechnet in ihrer offiziellen Prognose mit einem BIP-Plus von 1,8 Prozent in diesem und 2,0 Prozent im kommenden Jahr.

RWI: Inlandsnachfrage trägt Wachstum

In seinem jüngsten Monatsbericht bekräftigte das Bundeswirtschaftsministerium: "Die deutsche Wirtschaft befindet sich im Aufschwung", heißt es. "Ihr gelang ein guter Start in das laufende Jahr." Nicht nur habe die Produktion nochmals zugelegt, Industrie und Bau hätten auch mehr Auftragseingänge verbucht, und das Ifo-Geschäftsklima habe sich weiter aufgehellt.

Nach Ansicht des RWI folgt auf eine recht starke Ausweitung der gesamtwirtschaftlichen Produktion im ersten Quartal wegen der milden Witterung eine Gegenbewegung im zweiten Quartal. Getragen werde das Wachstum vor allem von der Inlandsnachfrage. Da zudem die Beschäftigung weiter zulegen dürfte, sei zudem ein deutlicher Anstieg der privaten Konsumausgaben zu erwarten. Von der Außenwirtschaft dürften hingegen kaum Impulse für das BIP ausgehen. Ein Mindestlohn wird nach Ansicht der Forscher den weiteren Rückgang der Arbeitslosenquote größtenteils stoppen.

Quelle: n-tv.de

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