Wirtschaft
Die Notenbank warnt vor einer Gefährdung des zarten Aufschwungs durch die inneren Konflikte im Land.
Die Notenbank warnt vor einer Gefährdung des zarten Aufschwungs durch die inneren Konflikte im Land.(Foto: REUTERS)

Griechische Notenbank schlägt Alarm: Wachstumsgefahr kommt von innen

Die Lichtblicke in Griechenland nehmen zu: Die Troika überweist vor Weihnachten die ausstehende Hilfstranche und 2014 könnte die Wirtschaft erstmals seit sechs Jahren wachsen. Doch die Dauerkrise hat das Land zerrissen - das könnte nun die Erholung gefährden.

Nach wochenlangen Verhandlungen soll Griechenland noch vor Weihnachten die ausstehende Hilfstranche erhalten. Der Kredit hat eine Höhe von rund einer Milliarden Euro. Das Geld soll noch in dieser Woche überwiesen werden, sagte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem. Griechenland habe die Voraussetzungen für die Auszahlung der Tranche aus dem Hilfspaket erfüllt. Dazu gehörten die Modernisierung des öffentlichen Dienstes, Reformen im Justizsystem und Schritte zur Privatisierung zweier Wasser-Versorger.

Unterdessen warnt die griechische Notenbank vor einer Spaltung der Gesellschaft. Dies würde die wirtschaftliche Erholung des Euro-Krisenlandes gefährden. "Ein erhebliches Problem entsteht durch das politische Klima, das Grundzüge von Polarisierung und Konfrontation zeigt in einer Zeit, in der das Gegenteil erforderlich ist", teilten die Athener Währungshüter mit.

Dies könne mit der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft am 1. Januar und den Europa- und Kommunal-Wahlen im Mai noch verstärkt werden. Das Land müsse aber zusammenstehen und die von den internationalen Geldgebern geforderten Reformen vorantreiben, die zu Massenprotesten und Streiks sowie dem Erstarken radikaler Parteien geführt hatten.

Wirtschaft dürfte wieder wachsen

Zugleich aber zeigte sich die Notenbank für das nächste Jahr optimistisch, dass Griechenland die Rezession nach sechs Jahren überwinden kann. "Die Hinweise, dass die Wirtschaft auf einem Stabilisierungsweg ist, haben sich verdichtet." Die Konsumflaute werde sich abschwächen und der Rückgang bei den verfügbaren Einkommen gestoppt. Zudem stützten die Exporte und der Tourismus die Wirtschaft. Die Notenbank sagte nun für 2014 ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent voraus, während die Regierung von einem Plus von 0,6 Prozent ausgeht.

In diesem Jahr dürfte die Wirtschaft nach Berechnung der Notenbank noch um 4,0 Prozent geschrumpft sein. Das wäre zwar etwas weniger als noch im Mai mit 4,6 Prozent geschätzt. Seit Beginn der Rezession 2008 ist die Wirtschaft aber um ein Viertel eingebrochen - zum Teil auch unter der Last der Sparforderungen der Euro-Partner, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Griechenland wird mit zwei Hilfspaketen von insgesamt 240 Milliarden Euro über Wasser gehalten.

Quelle: n-tv.de

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