Wirtschaft
Eine Familie schaut sich bei einem NRA-Treffen Handwaffen an.
Eine Familie schaut sich bei einem NRA-Treffen Handwaffen an.(Foto: REUTERS)

Aktienkurse gehen durch die Decke: Waffen-Investoren dürften Obama lieben

Von Jan Gänger

Amerikanische Waffenlobby und Barack Obama werden sicher keine Freunde mehr. Doch wer in Waffen-Aktien investiert hat, profitiert vom US-Präsidenten. Ein Beispiel: Der Kurs von Smith & Wesson hat sich seit seinem Amtsantritt verachtfacht.

US-Präsident Barack Obama trägt unfreiwillig dazu bei, dass die Waffen-Aktien in den Vereinigten Staaten kräftig steigen. Immer wenn er schärfere Waffengesetze fordert, geschehen regelmäßig zwei Dinge: Die Waffenlobby wird zornig. Und die Papiere von Waffenherstellern gewinnen kräftig an Wert.

So auch diese Woche. Am Montag teilte das Weiße Haus mit, Obama plane schärfere Regeln für den Umgang mit Schusswaffen. Am Dienstag wurde der Präsident konkret und kündigte in einer emotionalen Rede vor allem an, dass Käufer und Verkäufer von Waffen künftig besser überprüft werden sollen.

An der Börse stiegen die Kurse der einschlägigen Aktien daraufhin kräftig. Smith & Wesson gewannen am Montag knapp sechs Prozent und am Dienstag weitere elf Prozent an Wert. Sturm Ruger legten an beiden Tagen insgesamt knapp zehn Prozent zu. Die Papiere des Munitionsherstellers Olin, zu dem auch der Gewehrhersteller Winchester gehört, stiegen knapp 1,5 Prozent.

Im vergangenen Jahr verteuerte sich die Aktie von Sturm Ruger um rund 75 Prozent, Smith & Wesson um rund 130 Prozent. Seitdem Obama im November 2008 zum US-Präsidenten gewählt wurde, hat sich der Kurs von Smith & Wesson verachtfacht.

Aktienhändler begründen diese Entwicklung vor allem so: Bevor es schwerer werden könnte, eine Waffe zu kaufen, wird zugegriffen. Und bessere Verkaufszahlen sorgen für steigende Börsenkurse. Drohende schärfere Gesetze gelten aber nicht als einziger Grund für zunehmende Käufe. Analysten verweisen darauf, dass nach Amokläufen viele US-Amerikaner Waffen kaufen, um sich zu schützen.

Mehr als 30.000 Tote

Der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge starben landesweit im Jahre 2013 mehr als 33.600 Menschen durch den Gebrauch von Schusswaffen in Privatbesitz. In dieser Statistik sind knapp 21.200 Suizide enthalten.

Wie viele Waffen in den USA im Umlauf sind, ist schwer zu ermitteln. Einer 2012 veröffentlichten Statistik des US-Kongresses zufolge gab es 2009 in den USA etwa 310 Millionen Schusswaffen – und damit in etwa so viele wie Einwohner. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass die Zahl der Schusswaffen die Zahl der US-Bürger mittlerweile übersteigt.

Obamas Ankündigungen stießen bei Republikanern wenig überraschend auf Ablehnung – auch bei Jeb Busch, der sich um die Präsidentschaftskandidatur der Partei bewirbt. Er kündigte an, Obamas Erlasse rückgängig zu machen, sobald er im Amt sei. Der texanische Senator Ted Cruz twitterte, er wolle die Verfassung gegen diese Pläne verteidigen.

Sollte tatsächlich ein Republikaner ins Weiße Haus einziehen, dürfte das für die Waffenlobby eine gute Nachricht sein. Die Rally der Aktien könnte allerdings ein Ende finden.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen