Wirtschaft
Wal-Mart blickt weniger optimistisch in die Zukunft als bisher.
Wal-Mart blickt weniger optimistisch in die Zukunft als bisher.(Foto: REUTERS)

Amerikaner kaufen weniger ein: Wal-Mart verspürt Konsumflaute

Zurückhaltende Verbraucher bremsen die Geschäfte des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart. Das Unternehmen verdient zwar immer noch ordentlich, das Management will aber auf die Kostenbremse treten.

Eine zurückhaltende Kundschaft macht dem weltgrößten Einzelhandelskonzern Wal-Mart das Leben schwer. "Das Einzelhandels-Umfeld bleibt herausfordernd in den USA und auf unseren internationalen Märkten, weil die Kunden beim Geldausgeben vorsichtig sind", sagte Finanzchef Charles Holley am Firmensitz in Bentonville im US-Bundesstaat Arkansas. Die Aktie gab vor Börsenstart in New York rund drei Prozent nach.

Discounter wie Wal-Mart leiden seit Jahren unter der Kaufzurückhaltung vieler US-Konsumenten. Solange es keine nachhaltige Verbesserung am Arbeitsmarkt gibt, wird sich daran auch nichts ändern. In diesem Jahr hat zudem das kalte Frühjahr den Einkauf von Sommerartikel gedämpft. Wal-Mart macht auch höhere Steuerbelastungen für die schlechteren Geschäfte verantwortlich.

Prognose gesenkt

Der Konzern, für den weltweit mehr als zwei Millionen Menschen arbeiten, kürzte vor diesem Hintergrund die Prognose für das Gesamtjahr. Statt eines Umsatzplus' von 5 bis 6 Prozent rechnet Wal-Mart nur noch mit einem Wachstum von 2 bis 3 Prozent. Auch die Gewinnerwartungen reduzierte das Unternehmen leicht.

Der Umsatzrückgang in den US-Filialen komme angesichts der Einzelhandelsflaute nicht wirklich unerwartet, so ein Händler an der New Yorker Börse. Überraschend sei aber, dass Wal-Mart die Prognose für den Umsatzzuwachs im Gesamtjahr halbiert habe. Das zeige offenkundig, wie schlecht die Geschäfte sowohl in den USA wie auch im Ausland laufen.

Auch Macy's enttäuscht

Das Management kündigte an, insbesondere im Ausland auf die Kostenbremse zu treten. Unter dem Strich verdiente der Wettbewerber von Unternehmen wie Tesco und Carrefour in den drei Monaten per Ende Juli rund 4 Milliarden Dollar und erfüllte damit nicht ganz die Erwartung der Analysten. Auch beim Umsatz hatten die Beobachter mehr erwartet. Er legte zwar um 2,4 Prozent auf 116 Milliarden Dollar zu, doch im Schnitt waren knapp 2 Milliarden Dollar mehr vorhergesagt worden.

Am Mittwoch hatte der Konkurrent Macy's einen unerwarteten Umsatzrückgang bekanntgegeben und damit die Börse enttäuscht: Die Aktie gab kräftig nach und zog andere Einzelhändler mit in die Tiefe. Dem Unternehmen zufolge geben die Amerikaner weniger Geld für nicht dringend benötigte Anschaffungen aus. Der Konsum macht einen Löwenanteil der US-Wirtschaft aus.

Quelle: n-tv.de

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