Wirtschaft
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Schwache Wirtschaftsdaten: Wann greift Chinas Notenbank ein?

Die Inflation ist weit vom Ziel entfernt. Die Unternehmen müssen die Preise senken. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt strotzt derzeit nicht vor Kraft. Experten raten zur Zinssenkung.

Neue Wirtschaftsdaten aus weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft sorgen weiter für Druck auf die Regierung. Im Blick haben Experten dabei vor allem eine Lockerung der Geldpolitik. Denn einmal mehr ist die Teuerungsrate weit vom Inflationsziel für das laufende Jahr von drei Prozent entfernt. Darüber hinaus gibt es für China-Experte Oliver Burton bei der Investmentbank North Square Blue Oak "weiter Zeichen für eine Deflation der Erzeugerpreise". Dies habe schon in den vergangenen sechs Monaten zunehmend beunruhigt und rechtfertige "eine weitere aggressive Lockerung".

Im April zogen die Verbraucherpreise angetrieben von höheren Preisen für Nahrungsmittel um 1,5 Prozent an. Analysten hatten 1,6 Prozent geschätzt. Im Vormonat hatte das Plus 1,4 Prozent betragen. Die Erzeugerpreise sanken dagegen stärker als mit 4,4 Prozent geschätzt um 4,6 Prozent - genauso stark wie im März. Es war das 37. Minus in Folge.

Gelder flössen in Realwirtschaft

Für die Experten von ANZ werden angesichts dieser Daten die Fabrikpreise in absehbarer Zukunft wahrscheinlich weiter sinken. Angesichts des deflationären Drucks biete der derzeit zu beobachtende Rücksetzer am Aktienmarkt eine gute Gelegenheit für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte, denn dadurch freigesetzte Gelder würden vermutlich eher in die Realwirtschaft fließen als an den Aktienmarkt, hieß es.

Den Preisdaten gingen zuletzt diverse schwache Konjunkturdaten aus China voraus. So sanken die Exporte im April und trotz der bereits lockeren Geldpolitik sinken die Gewinne der Unternehmen. Auch kommt der kriselnde Immobiliensektor nicht auf die Beine, was eine nachgebende Nachfrage nach Baumaterial und ähnlichem zur Folge hat. Im ersten Quartal war das chinesische BIP mit 7,0 Prozent mit der schwächsten Jahresrate seit sechs Jahren gestiegen.

Nachfrage gebremst, Exporte schwach

"Die ersten Daten für April deuten auf eine ziemlich schwache Wirtschaft hin, gebremst von einer schwachen Nachfrage und schwachen Exporten", sagt Mizuho-Volkswirt Shen Jianguang. "Eine Zinssenkung ist sehr wahrscheinlich", glaubt er.

China hat die Leitzinsen und auch den Satz für die Mindestreserven der Banken bei der Notenbank bereits zweimal gesenkt und außerdem dem Finanzsektor in den vergangenen beiden Quartalen über Liquiditätsmaßnahmen bereits 1 Billion Yuan oder umgerechnet 161,1 Milliarden Dollar zugeführt. Trotzdem blieb das wirtschaftliche Momentum eher schwach.

Der Rückgang der Erzeugerpreise im April ist unterdessen vor allem auf einen Rückgang der Preise von Ölprodukten zurückzuführen, die im Vormonat noch zugelegt hatten. Außerdem gingen die Preise für Rohstoffe stärker zurück, wie Yu Qiumei, Analyst der Nationalen Statistikbehörde erklärte.

Quelle: n-tv.de

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