Wirtschaft
Einer der reichsten Chinesen: Guo Guangchang.
Einer der reichsten Chinesen: Guo Guangchang.(Foto: REUTERS)

Milliarden Dollar schwer: "Warren Buffett Chinas" verschwunden

Er gehört zu den reichsten Chinesen: Guo Guangchang. Nun ist der Milliardär unauffindbar. Es deutet viel darauf hin, dass auch sein Verschwinden mit Anti-Korruptionsermittlungen zusammenhängt.

Seitdem chinesische Behörden ihre Anti-Korruptionskampagne auf den Finanzsektor ausgeweitet haben, verschwinden Top-Banker und Investoren – einige tauchen später wieder auf, andere bleiben zunächst unauffindbar. Einige von ihnen wurden verhaftet, andere lediglich verhört.

Neuestes Beispiel: Guo Guangchang. Er ist Chef von Fosun International, dem größten privaten Investmentkonglomerat Chinas. "Forbes" schätzt sein Vermögen auf knapp sieben Milliarden Dollar.

Dem chinesischen Wirtschaftsmagazin "Caixin" zufolge ist Guo unauffindbar. Sein Verschwinden habe mit "polizeilichen Ermittlungen" zu tun. Fosun-Vorstandschef Laing Xinjun schrieb der Finanznachrichtenagentur "Bloomberg" in einer SMS, die Firma "gehe mit der Situation um". Konkreter wurde er nicht, Anrufe auf seinem Mobiltelefon nahm er nicht entgegen.

Guo gehören unter anderem Anteile an der deutschen BHF-Bank, der Modemarke Tom Tailor, dem französischen Club Med und dem britischen Reiseveranstalter Thomas Cook. Wegen seiner breit gestreuten Investmentstrategie wird der 48-Jährige auch der "Warren Buffett von China" genannt.

Im August hatte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua Guo in Zusammenhang mit einem Korruptionsfall erwähnt. Vor zwölf Jahren soll seine Investmentfirma einem Vorstand eines chinesischen Staatskonzerns "Gefälligkeiten" erwiesen und im Gegenzug nicht näher bezeichnete Gegenleistungen bekommen haben.

Chinas Präsident Xi Jinping hatte nach seinem Amtsantritt im März 2013 angekündigt, gegen die Korruption vorzugehen. Seitdem hat die zentrale Disziplinarkommission der Kommunistischen Partei (KP) fleißig gearbeitet. Zehntausende Beamte, Staatsmanager und Funktionäre wurden verhaftet oder angeklagt. Zunächst konzentrierten sie sich auf Chinas Staatskonzerne, Verwaltungschefs und die Armee. Mittlerweile steht auch der Finanzsektor im Fokus.

Quelle: n-tv.de

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