Wirtschaft
Investmentlegende Warren Buffett ist bei der texanischen Ölfirma Phillips66 eingestiegen.
Investmentlegende Warren Buffett ist bei der texanischen Ölfirma Phillips66 eingestiegen.(Foto: picture alliance / dpa)

Starinvestor profitiert von Öl-Crash: Warren Buffett baut sein Ölgeschäft aus

Von Hannes Vogel

Der fallende Ölpreis ist für Saudi-Arabien und Russland ein Debakel. Anlegern wittern dagegen die Chance aufs große Geld. Inzwischen lockt der Crash sogar eine weltbekannte Investment-Berühmtheit an.

Das "Orakel von Omaha" hat wieder zugeschlagen: Der US-Starinvestor Warren Buffett nutzt die fallenden Ölpreise offenbar, um sich günstig in die Ölbranche einzukaufen. Seine Holding Berkshire Hathaway hat im Januar Aktien des Ölriesen Phillips 66 erworben. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Pflichtmeldungen, die bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht wurden.

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Buffett kontrolliert laut eigenen Angaben inzwischen mindestens zehn Prozent von Phillips 66. Innerhalb weniger Tage deckte er sich mit mehr als 3,5 Millionen Aktien ein. Schon im September war Buffett groß bei Phillips66 eingestiegen. In Zeiten fallender Ölpreise baut die Investmentlegende offenbar ihr Engagement bei einer der größten Ölfirmen der Welt aus.

Phillips66 aus dem texanischen Houston unterhält Raffinerien und verkauft Mineralölprodukte in mehr als 15 Ländern. Dafür betreibt der börsennotierte Konzern weltweit zehntausende Zapfsäulen. In Deutschland gehören ihm die JET-Tankstellen. Phillips 66 entstand 2012 als Ableger des Ölförderers ConocoPhillips. Der spaltete sein Endkundengeschäft ab und brachte es an die Börse.

Die Ölpreise sind in dieser Woche erstmals unter die Marke von 30 Dollar pro Barrel gesunken. Warum kauft Buffett in dieser Situation ausgerechnet noch mehr Anteile einer Ölfirma? Womöglich weil er die Gelegenheit für günstig hält. Buffetts Einstieg ist ein Indiz dafür, dass er die Ölpreisschwäche nur für vorübergehend hält. Unter dieser Annahme passt Phillips66 in Buffetts Beuteschema: Er investiert in Firmen, die er langfristig für unterbewertet hält. Zudem fördert Phillips66 selbst kein Öl, sondern verkauft Benzin. Auch wenn der Preis in den Keller geht, macht die Firma also Gewinne. Vielleicht sogar noch mehr, weil Autofahrer bei niedrigeren Preisen mehr tanken.

Ein richtiges Schnäppchen ist Phillips66 allerdings nicht. Seit dem Börsenstart 2012 haben die Papiere von etwa 35 Dollar auf mittlerweile rund 75 Dollar zugelegt. Allerdings sind die Papiere kürzlich von ihrem Allzeithoch bei über 94 Dollar Anfang November in nur wenigen Wochen wieder auf etwa 75 Dollar gefallen. Vielleicht hat auch Warren Buffett bei seinem Zukauf ausnahmsweise auch mal etwas kurzfristiger gedacht.

Quelle: n-tv.de

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