Wirtschaft
Warren Buffett, Starinvestor und Chef der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway, ist an Prostatakrebs erkrankt.
Warren Buffett, Starinvestor und Chef der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway, ist an Prostatakrebs erkrankt.(Foto: Reuters)

Prostata-Tumor im frühen Stadium: Warren Buffett hat Krebs

Für die Fans des Starinvestors ist es ein Schock: Warren Buffett, Chef der Investmentholding Berkshire Hathaway, hat Krebs. Auch wenn die Krankheit nicht lebensbedrohlich ist, fragen sich die Finanzmärkte nun wieder: Wer soll nach Buffett seine Firma übernehmen? Einen Nachfolger gibt es angeblich bereits.

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US-Starinvestor Warren Buffett ist an Krebs erkrankt. Bei ihm sei Prostatakrebs im frühen Stadium diagnostiziert worden, teilte der 81-Jährige mit. "Die gute Nachricht ist, dass meine Ärzte mir gesagt haben, dass mein Zustand keineswegs lebensbedrohlich ist", schrieb der Chef der Investmentholding Berkshire Hathaway den Anteilseignern. "Die Untersuchungen haben keinen Anhaltspunkt dafür geliefert, dass sich der Krebs irgendwo sonst in meinem Körper ausgebreitet hat."

Der Krebs sei bei einer Vorsorgeuntersuchung aufgefallen. Er werde sich ab Mitte Juli für zwei Monate einer täglichen Strahlentherapie unterziehen. "Die Therapie wird mich bei Reisen einschränken, aber meinen sonstigen Tagesablauf in keiner Weise ändern", schrieb Buffett, der bei seinen Auftritten bis zuletzt immer topfit wirkte und keinerlei Anstalten machte, in Ruhestand zu gehen.

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Buffett selbst weiß bereits seit einer Woche, dass er krank ist. Wie seine langjährige enge Weggefährtin, die Journalistin Carol Loomis, auf der Website des Magazins "Fortune" schrieb, hat Buffett die Woche ganz normal verbracht und sich nichts anmerken lassen.

Buffett-Nachfolger bleibt streng geheim

Die Erkrankung des "Orakel von Omaha" genannten Starinvestors rückt seine Nachfolge bei seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway wieder in den Vordergrund. Analysten zufolge könnte das die Berkshire-Aktie belasten. Nachbörslich fiel sie um 1,5 Prozent. Andere sehen wiederum keinen Grund, sich bei Berkshire zurückzuziehen. Ein Investor und Autor von Büchern über Buffetts Strategien sagte: "Das bedeutet für Berkshire-Investoren gar nichts. Er hat die Firma auf den Tag seines Todes vorbereitet."

Die Nachfolgefrage beschäftigt die Firma seit Jahren. Erst Ende Februar hatte Buffett die Nachfolge geregelt und verkündet, einen Thronfolger und zwei Ersatzkandidaten ausgemacht zuhaben, die ihn in der Zukunft als Vorstandsvorsitzenden ersetzen könnten. Es ist allerdings noch geheim, wer ihn einmal auf dem Chefsessel beerben soll. Die Namen liegen unter Verschluss beim Verwaltungsrat. Seit Jahren belastet die Ungewissheit um die bislang gut gehüteten Nachfolgepläne für Berkshires Spitze das Unternehmen und seinen Aktienkurs.

Selbst der Betroffene soll nach Aussagen von Buffett nichts von seiner Wahl wissen. Buffett hatte nur verraten, dass er seinen Nachfolger aus den Managern seiner zahlreichen Tochterfirmen ausgewählt hat. Im Februar erklärte Buffett, nicht an Rücktritt zu denken und sich weiter um die zahlreichen Beteiligungen seiner Investmentgesellschaft zu kümmern. Da die Krebserkrankung in einem frühen Stadium entdeckt worden sei, seien Buffetts Chancen gut. In den USA diagnostizieren Ärzte den frühen Prostatakrebs jährlich bei Hunderttausenden von Männern, und die Heilungschancen sind gut.

Buffett-Imperium größer als Siemens

Buffett ist mit einem vom Magazin "Forbes" geschätzten privaten Vermögen von 44 Mrd. US-Dollar der drittreichste Mensch der Welt. Sein Riecher fürs Geldverdienen hatte ihm den Spitznamen "Orakel von Omaha" eingebracht. Seine zahlreichen Fans in aller Welt schätzen aber vor allem, dass der erfolgreiche Investor bodenständig geblieben ist. Sein Lebensstil gilt als bescheiden, seine einzigen Laster sind Cola und Steaks.

Warren Buffett steht seit einem halben Jahrhundert an der Spitze von Berkshire Hathaway und hat aus dem unbedeutenden Textilhersteller einen der wertvollsten Mischkonzerne der Welt gemacht, der in Versicherungen, Schienen- und Stromnetze sowie in Fertigung investiert. Berkshire scheint untrennbar mit Buffett verbunden, und viele Aktionäre sind skeptisch, dass irgendjemand anders derart den Märkten ein Schnippchen schlagen kann, wie es Buffett seit mehr als 40 Jahren tut. An der Börse ist Buffetts Holding rund 200 Mrd. US-Dollar schwer - mehr als doppelt so viel wie Deutschland teuerster börsennotierter Konzern Siemens.

Zu Berkshire Hathaway gehören Aktienpakete an Großkonzernen wie Coca-Cola oder IBM und darüber hinaus rund 80 eigene Tochtergesellschaften von Versicherungen bis zu einer Fast-Food-Kette. Buffett und sein 88-jähriger Geschäftspartner Charlie Munger hatten bis zuletzt keinerlei Anstalten gemacht, das Ruder aus der Hand zu geben. Das rüstige Gespann wird nach derzeitigem Stand wie immer im Mai die Aktionäre auf der jährlichen Hauptversammlung in Omaha begrüßen.

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Quelle: n-tv.de

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