Wirtschaft
Hoffnung ist ein zartes Pflänzchen.
Hoffnung ist ein zartes Pflänzchen.(Foto: REUTERS)

Griechenland helfen: Was die Geldgeber vorhaben

Die Euro-Finanzminister haben sich nach langwierigen Verhandlungen auf die Deckung einer Milliarden-Finanzlücke Griechenlands sowie die Freigabe von Kredithilfen geeinigt. Endgültige Beschlüsse sollen am 13. Dezember fallen. Ein Überblick über die Einigung:

Was bedeutet die Einigung für Griechenland?

Die Euro-Finanzminister und der Internationale Währungsfonds (IWF) stellen dem schuldengeplagten Land die Auszahlung von 43,7 Milliarden Euro in mehreren Schritten in Aussicht. Der Großteil - fast 35 Milliarden Euro - soll schon im Dezember fließen. Der Rest wird, so die Pläne, in drei Tranchen im ersten Quartal 2013 ausbezahlt.

Mehr Zeit für Griechenland

Das Ziel eines griechischen Haushaltsüberschusses - vor Berücksichtigung des Schuldendienstes - von 4,5 Prozent wird wegen der schweren Rezession von 2014 auf 2016 verschoben. Ebenfalls geändert wird der Planwert für die Gesamtverschuldung, die als noch tragbar erachtet wird. Bis 2020 wurden bisher 120 Prozent der Wirtschaftsleistung angepeilt. Nun soll der Wert bei 124 Prozent liegen. 2022 soll sich die Quote dann deutlich unter 110 Prozent bewegen.

Das Herzstück ist ein Schuldenrückkauf

Das zentrale Instrument zur Entlastung ist ein Schuldenrückkauf durch den griechischen Staat. Insgesamt sollen sich noch Staatsanleihen von rund 60 Milliarden Euro in privater Hand befinden. Der Rückkauf soll bis zum 12. Dezember über die Bühne gehen. Unklar ist noch, wie viele Anleihen zu welchem Preis zurückgekauft werden sollen. Die Finanzminister erklärten nur, der Preis solle nicht höher liegen als der Schlusskurs der Papiere vom 23. November 2012. In Verhandlungskreisen hieß es, Nominalwerte von einem Euro würden wohl für etwa 35 Cent zurückgekauft.

Weitere Hilfen

Außerdem haben die Euro-Partner ins Auge gefasst, die fälligen Zinsen für die Kredite an Griechenland aus dem ersten Hilfsprogramm um einen Prozentpunkt zu senken. Zugleich sollen die Gebühren, die das Land für Darlehen aus dem zweiten Programm an den europäischen Schutzschirm EFSF zu zahlen hat, um zehn Basispunkte verringert werden. Die Laufzeiten der Kredite aus beiden Programmen werden um 15 Jahre verlängert.

Außerdem sollen künftige Buchgewinne mit griechischen Staatsanleihen, die bei der Europäischen Zentralbank (EZB) anfallen, weitergereicht und für den Schuldendienst verwendet werden. Die Euro-Staaten haben sich verpflichtet, eine entsprechende Summe auf ein Sonderkonto des Landes zu überweisen. Angeblich geht es um rund elf Milliarden Euro.

Perspektive und Zeitplan

Griechenland wurde erneut auf längere Sicht "angemessene Unterstützung" zugesagt, bis das Land sich wieder selbst Geld an den Kapitalmärkten besorgen kann. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Auflagen erfüllt werden. Endgültig entschieden werden soll am 13. Dezember über das neue Konzept und die Auszahlung der Mittel. Zuvor muss in einigen Ländern noch das Parlament zustimmen - wie der Bundestag in Deutschland, was noch in dieser Woche geschehen soll.

Quelle: n-tv.de

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