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Welt-Handelsindex: Was macht die EZB?

Ein Gastbeitrag von Markus C. Zschaber

Anleger sollten sich trotz der schwachen Kursentwicklungen der letzten Monate nicht beirren lassen. Sie sollten in erstklassige Unternehmen mit einem globalen Geschäftsmodell investieren.

Der Welthandel gilt als Schwungrad der Weltwirtschaft und lässt damit umfangreiche Einschätzungen auf die globale Wertschöpfung und deren Wirkungsketten bzw. Leistungen zu. Der vielleicht wichtigste Einflussfaktor im gegenwärtigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld sind die Notenbanken. "Es geht in erster Linie darum Zuversicht zu vermitteln, dass unser marktwirtschaftliches System durch die Geld- und Kreditmengenoperationen stabilisiert wird. Es geht also um Vertrauen in die Wirtschaft und das Wirtschaften miteinander", konstatiert Dr. Markus C. Zschaber, Chef der gleichnamigen Vermögensverwaltung, die monatlich den "Welt-Handelsindex" veröffentlicht.

Die sehr expansive Geldpolitik in allen relevanten Volkswirtschaften, insbesondere in der Eurozone und in Japan, sollte den so wichtigen Kreditzyklus zumindest weiter stabilisieren, welches den Kapitalstock für höhere Investitionen weiter verbessern sollte. Die gerade umgesetzten und sehr unkonventionellen Maßnahmen der EZB sollten kurzfristig Nachfrageimpulse nach Produkten und Dienstleistungen innerhalb Europas, aber auch die Nachfrage aus den USA oder Asien, nach europäischen Gütern erzeugen. Hintergrund ist, dass durch die umfangreichen Maßnahmen der EZB sich mehr Zuversicht in der Realwirtschaft breit macht, blickt man auf das Stimmungsbild vieler Einkäufer internationaler Unternehmen.

Dr. Markus C. Zschaber
Dr. Markus C. Zschaber(Foto: V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft Dr. Markus C. Zschaber mbH)

Die systemischen Sorgen, welche durch die jüngsten Verwerfungen an den Kapitalmärkten hervorgerufen wurden, beginnen sich weiter Stück für Stück zu lösen. Insgesamt zeigt sich das Welthandelsklima aber noch in einem schwächeren Kontext. Gerade die Währungsabwertungen in China im vergangenen Jahr sorgten für Deflationswellen an den internationalen Gütermärkten, welche, neben der zyklischen Verschnaufpause der US-Wirtschaft, die Weltwirtschaft im vierten Quartal 2015 und im ersten Quartal 2016 negativ zu spüren bekommen hatte. Der Kölner Vermögensverwalter Zschaber stellt klar, dass die Politik erkennen muss, dass Konjunkturbewegungen die Schwankungen der Auslastung des allgemeinen Produktionspotenzials darstellen, welche durch Verschiebungen der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage entstehen. Verschreckt die Politik die Nachfrage, in diesem Fall durch das Handeln in China, hat dies Konsequenzen für die gesamte Wirtschaft.

Die aktuellen nachfrageorientierten Impulse kommen in erster Linie aus den USA und der Eurozone, insbesondere aus Deutschland. "Ich bleibe perspektivisch zuversichtlich hinsichtlich der Leistungsfähigkeit im Welthandel, dass bestätigen nicht zuletzt die jüngst erneut dynamisch gestiegenen Auftragseingänge in Deutschland. Die ganze Welt benötigt weiterhin unsere deutschen Qualitätsgüter. Gerade in einem insgesamt schwächeren Umfeld zeigt sich dies anhand der sehr stabilen Auftragseingänge in Deutschland.

Somit sehe ich eine gute Ausgangslage für eine leichte Steigerungen auf der Nachfragekurve und damit der Handelsströme weltweit, auch wenn die gegenwärtige Basis aufgrund der schwierigen vergangenen Monate niedrig ist. Davon wird nicht zuletzt auch die deutsche Exportindustrie profitieren," fasst Markus Zschaber zusammen.

Blick in die USA

Wie angesprochen bestehen in einzelnen Teilbereichen der Weltwirtschaft gewisse zyklische Gegenwinde, welches insbesondere in den USA zu erkennen ist. "Sorgen bereiten die USA mir aktuell nicht, auch wenn gewisse Dynamikverluste im Wachstum zu erkennen sind. Volkswirtschaften müssen atmen, dazu gehört auch die USA", so der Experte weiter. Außerdem lässt sich deutlich vermerken, dass der Binnenmarkt in den USA intakt ist und sich auf Wachstumskurs befindet. Gestützt wird der Trend sicherlich durch die niedrigen Energiepreise, welche in den USA einen deutlichen Beitrag zur allgemeinen Kaufkraft bilden. Ein wichtiger Eckpfeiler im US-Aufschwung ist außerdem der US-Immobilienmarkt, die Hauspreise steigen in einem gesunden und dynamischen Ausmaß, was maßgeblich zur Gesundung der US-amerikanischen Haushalte beigetragen wird. Vor allem die Güterimportnachfrage in die USA sollte in diesem Jahr getragen durch einen starken US-Dollar an Dynamik weiter zulegen können, was die Gesamtaktivität im Welthandel sehr positiv beeinflussen wird.

Der weltweite Industriezyklus dürfte damit im Laufe des Jahres auch in Teilen der Eurozone zu einem wiederkehrenden und sich verbessernden Konjunkturtrend führen. Die aktuelle Geschäftslage im Handel stagnierte zwar noch in den vergangenen vier Wochen, allerdings verdeutlichen die vorausschauenden Daten, dass mit höherer Aktivität im Handel in den kommenden Quartalen gerechnet werden kann. Vor allem die Umschlagsmengen von Produktionsgütern sollten sich im internationalen Kontext positiv entwickeln. Eine leicht steigende Dynamik in Asien und in den USA, aber auch in Teilen Europas wird ebenfalls als durchaus möglich gesehen.

Zschaber sieht hier auch einen wesentlichen Zusammenhang zur Geldpolitik, denn der treibende Katalysator für den Warenhandel in der Welt bleibt die Überschussliquidität, die durch die aggressive Geldpolitik der Notenbanken rund um den Globus im hohen Maße vorhanden ist. Dies führt bereits zu höheren Kapital- und Investitionsströmen rund um den Globus. Der Produktionsfaktor Kapital ist die Grundvoraussetzung für einen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Nachfragekurve und eine höhere Wirtschaftsaktivität. Der Ausblick des Welthandels gilt somit als leicht positiv orientiert. Gerade in den Wachstumsmärkten sollte die Überschussliquidität den Investitionsgüterzyklus beleben können.

Das derzeit noch schwierige Umfeld, gekoppelt an einen leicht verbesserten Ausblick, bestätigt auch das leicht verbesserte Ergebnis von 67 des "Welt-Handelsindex", welches besagt, dass das Tempo der Zuwächse im vergangenen Berichtszeitraum, gemessen an den handelsspezifischen Konditionalitäten wie Bestellmenge, Lagerbestände, Produktionsvolumen, Warenumschlagshäufigkeit und Handelsaktivität, zugenommen hat. Die Perspektive des Welthandels und der Weltwirtschaft gelten somit als leicht positiv ausgerichtet. Die Weltwirtschaft ist nach Ansicht des Vermögensverwalters auf dem besten Wege im aktuellen Jahr rund drei Prozent an Wachstum zu erzielen. Es bestehen sogar gute Chancen, dass ein ähnliches Niveau auch im kommenden Jahr erreicht werden kann, sofern keine Verunfallung durch die Notenbanken oder Politik zur Realität wird.

Wie geht es weiter? Die produzierte Liquidität der Notenbanken spielt sicherlich eine gewichtete Rolle, allerdings zeigen die konjunkturellen Faktoren an, dass die Weltwirtschaft ein moderates Wachstum generieren sollte. Dies sollte wiederum zu positiven Skaleneffekten in der Realwirtschaft führen, sodass gute Chancen für eine aufgehellte Konjunkturdynamik in der Weltwirtschaft und im Welthandel im zweiten Halbjahr 2016 bestehen. Dies ist ganz entscheidend, denn eine in Fahrt kommende Weltkonjunktur ist positiv für die Gewinnentwicklung der meisten Unternehmen.

Was bedeutet dieses für den Anleger? Die Anleger sollten sich trotz der schwachen Kursentwicklungen der letzten Monate nicht beirren lassen. Anleger benötigen in der heutigen Zeit erstklassige Unternehmen mit einem globalen Geschäftsmodell. Besondere Merkmale bei der Unternehmensauswahl sollten sein, Unternehmen zu finden, die aktuell vom niedrigen Euro-Kurs auf der Exportseite profitieren sowie von den niedrigen Energiepreisen. Hier ist auf jeden Fall die Chance am größten, dass die Gewinndynamik der Unternehmen, mit den Kursgewinnen der Aktien, am stärksten mithalten sollten, welches dazu führt, dass die Bewertungen flacher ansteigen werden. Der Kölner Vermögensverwalter präferiert hier vor allem Industrieunternehmen aus den Bereichen Chemie, Automobil, Zulieferindustrie und Konsumhersteller. Das Musterdepot zum "Welt-Handelsindex" wird innerhalb dieser Berichterstattung vierteljährlich erwähnt, es beinhaltet diverse Anlageklassen, übergewichtet Aktieninvestments oder ETF's auf Märkte und Branchen, die insbesondere an den Welthandelsaktivitäten partizipieren.

Das Musterdepot zum "Welt-Handelsindex" wird innerhalb dieser Berichterstattung vierteljährlich erwähnt, es beinhaltet diverse Anlageklassen, übergewichtet Aktieninvestments oder ETF`s auf Märkte und Branchen, die insbesondere an den Welthandelsaktivitäten partizipieren. Informationen hierzu unter www.welthandelsindex.de

Funktionsweise Welt-Handelsindex:

Der "Welt-Handelsindex" fasst alle relevanten Daten aus den vier primären Transport- und Handelswegen (Schifffahrt, Schiene, Straße und Lufttransport) zusammen, gewichtet diese und verdichtet sie in einem Index. Der Index bietet zum ersten Mal ein Gesamtbild des Welthandels zusammengefasst in einer Zahl, erfasst damit unter anderem auch die Auswirkungen der Globalisierung und überwindet funktionale und regionale Beschränkungen, der zum Beispiel nur regional ausgerichteten Indikatoren.

Indexstände oberhalb eines Niveaus von 50 Punkten deuten einen wachsenden Welthandel an, inmitten einer expandierenden Gesamtwirtschaft. Unterhalb des Niveaus von 50 lässt sich dagegen aussagen, dass die Welthandelsaktivität schrumpft, wobei ab einem Niveau von unter 45 sogar eine deutliche Kontraktion der Gesamtwirtschaft zu erwarten ist.

Quelle: Die Vermögensverwaltungsges. Dr. Markus C. Zschaber mbH stellt den Index monatlich exklusiv dem "Handelsblatt" und dem "Nachrichtensender n-tv" zur Verfügung. Informationen zum Index unter www.zschaber.de oder www.kapitalmarktanalyse.com

Quelle: n-tv.de

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