Wirtschaft
Donald Trump: Seine Steuerpolitik könnte die US-Wirtschaft beflügeln, prognostiziert die Weltbank.
Donald Trump: Seine Steuerpolitik könnte die US-Wirtschaft beflügeln, prognostiziert die Weltbank.(Foto: REUTERS)

Steuerpläne befeuern Wachstum: Weltbank hofft auf Trump

Wegen der von Donald Trump angekündigten Steuersenkungen für Unternehmen setzt die Weltbank auf steigendes Wachstum in den nächsten Jahren. Aber die Banker sprechen auch eine klare Warnung an den künftigen US-Präsidenten aus.

Die vom künftigen US-Präsidenten Donald Trump in Aussicht gestellten Steuersenkungen können laut Weltbank das globale Wirtschaftswachstum in diesem und in den nächsten Jahren befeuern. So erwartet die Organisation frische Impulse für eine Weltwirtschaft, die mit einem stagnierenden Handel, schwachen Investitionen und steigenden politischen Unsicherheiten zu kämpfen hat.

In ihrem halbjährlichen Wirtschaftsbericht prognostiziert die Entwicklungsbank ein weltweites Wirtschafstwachstum von 2,7 Prozent in diesem Jahr. Das ist etwas weniger als noch im Juni vorhergesagt, aber immer noch mehr als die 2,3 Prozent im Nachkriesentief 2016. Die US-Wirtschaft nimmt Fahrt auf und die sich stabilisierenden Rohstoffpreise tragen zur Erholung der größeren Schwellenländer-Ökonomien bei, so die Bank.

Allerdings, so warnt Weltbank-Präsident Jim Yong Kim haben Trumps Pläne wohl auch Schattenseiten: Für China sagt die Organisation eine weiter sinkende Wirtschaftsleistung voraus – nämlich auf 6,5 Prozent. Schon im abgelaufenen Jahr ist die chinesische Wirtschaft mit schätzungsweise 6,7 Prozent noch einmal haarscharf am 25-Jahres-Tief vorbeigeschrammt.

Unsicherheit macht Prognose schwierig

Die Experten schätzen weiter, dass die vom künftigen US-Präsidenten vorgeschlagenen Senkungen bei Unternehmens- und Einkommenssteuern bis zu 0,3 Prozentpunkte zum amerikanischen Wachstum in diesem Jahr beitragen könnten. Im nächsten Jahr liegt dieser Wert sogar bei 0,8 Prozentpunkten. Damit könnte das US-Wachstum am Ende dieses Jahres bei 2,5 Prozent liegen und 2018 bei 2,9 Prozent. Auch weltweit könnte dies im kommenden Jahr das Wachstum anregen – nämlich um 0,3 Prozentpunkte, vermutet die Weltbank.

"Alle Augen richten sich auf die wahrscheinlichen Änderungen der Politik in den USA", sagte der Chefautor des Berichts Ayhan Kose. Auch wenn die genannten Zahlen weit entfernt sind von Trumps Versprechen, das Wachstum auf 3,5 Prozent treiben zu wollen, sind sie doch ein Zeichen des Vertrauens in zumindest einen Teil der künftigen US-Wirtschaftspolitik. Die Bank sagte jedoch, die erhöhten Projektionen seien nicht Teil ihrer Kernprognosen, weil die Unsicherheit um die künftige Administration fortbestehe.

Zugleich warnt die Weltbank Trump davor, dass er die möglichen Vorteile aus den Steuersenkungen aufs Spiel setze, wenn er einen Handelskrieg mit Rivalen wie China oder Mexiko vom Zaun breche. Vertreter der Bank und ihrer Schwesterinstitution Internationaler Währungsfonds befürchten, die Trump-Regierung könnte den weltweiten Protektionismus anheizen, indem sie China und Mexiko mit hohen Zöllen belege.

Eine solche Politik könne das bereits schwache globale Wachstum weiter drücken. Dies erhöhe die Gefahr weltpolitischer Konflikte und führe zurück zu den protektionistischen Ursprüngen der Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkriegs.

Quelle: n-tv.de

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